Totale Unterdrückung jetzt endlich auf Rezept!

26-06-18 11:38:00,

Wie ein Sprecher des Zentralinstituts für seelische Gesundheit in Mannheim – kurz ZI – gegenüber Satire-Quickie erklärte, sei man nach ausgiebigen Bestechungen, pardon Besprechungen, mit Pharmaexperten zu dem Studienergebnis gekommen, dass Ritalin keine Neben(nieren)wirkungen habe. Dadurch könne der in späteren Lebensphasen unvermeidbare Burnout nun ebenfalls mit feinsten Psychopharmaka behandelt werden. Somit habe jedes Kind auch im späteren Leben die Chance, völlig ohne Risiko glücklich zu werden.

Noch in diesem Jahr soll die Misshandlungsrichtlinie übrigens auch für Kinder gelten, bei denen Ärzte nur eine leichte bis gar keine ADHS-Diagnose gestellt haben. RITALIN – besser noch als Kinder-Koks bekannt – ist ein Aufputschmittel, dessen zunächst beruhigende Wirkung kleine, allzu aufgeweckte Menschen dem System perfekt anpasst. Überlegungen der Pharmakonzerne, zukünftig zu groß gewachsene Kinder mit Arzneimitteln einzukürzen und zu kleine in die Länge zu ziehen, um den perfekten modernen Arbeitssklaven, respektive Bundeswehrsoldaten zu schaffen, stoßen derzeit bei der Ethikkommission der Bundesregierung NOCH auf Ablehnung.

Trotzdem jubelt die Berliner Politik über diese Entwicklung: Bundeskanzlerin Angela Merkel soll derzeit sogar ein geheimes Forschungsprojekt für ein neues Medikament mit dem Namen „HORST“ unterstützen. Der Effekt dieser Neuentwicklung: Das Arzneimittel lässt sie – bereits nach 14-tägiger Einnahme durch den Bundesbürger – wieder wählbar erscheinen. Wann die HORST-Pille (Horror Opiate Reduces Selbstreflexion Total) die Zulassung bekommt, hängt wie immer von der Höhe der Schmiergeldeingänge ab.

Richtig sauer über die neue Richtlinie des ZI ist übrigens der Verband deutscher Junkies. Jahrelang hätten Drogenabhängige mit übelster Beschaffungskriminalität ihren täglichen Drogencocktail selbst organisieren müssen, so deren Pressesprecher. Dass man es dem Nachwuchs nun so leicht mache, ein „verkokstes“ Leben zu führen, sei eine große Ungerechtigkeit.

Tja, man kann halt nicht aller Herren DEALER sein.

Jens  Lehrich

Jens Lehrich, Jahrgang 1970, ist gelernter Hörfunk-Journalist und freier Autor aus Hamburg. Seit über 25 Jahren produziert, spricht und textet er Comedyserien für den privaten Hörfunk. Als sein Sohn im Jahr 2010 an Typ 1-Diabetes erkrankte, begann für den dreifachen Familienvater der Blick hinter die Kulissen der Pharmaindustrie. Lehrich gründete den Blog ahundredmonkeys.de, auf dem er Menschen präsentiert, die abseits vom Mainstream für eine bessere, gerechtere und gesündere Gesellschaft eintreten. Darüber hinaus gehören das Klavierspielen und Schreiben von Satire zu seinen Leidenschaften.

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