Die Menschenhandel-WM

27-06-18 06:34:00,

In vielen der nationalen Ligen des Profi- und Amateurfußballs sind Spielertransfers gang und gäbe. Während einige der Öffentlichkeit recht schnell bekanntgegeben werden, halten sich andere Vereinswechsel von Fußballspielern oftmals noch als Gerücht oder die Geschäfte befinden sich noch in Verhandlungen.

Ein Jahr gleicht dem nächsten: Der Transfermarkt im Fußball brodelt immerzu. An manchen Tagen überschlagen sich sogar die Meldungen. Die Sportberichterstatter nehmen täglich neue irrationale Zahlen in den Mund und dennoch machen sich nur die wenigsten Beobachter über deren Bedeutung irgendwelche Gedanken.

Im Sommer 2017 wechselte der brasilianische Fußballnationalspieler Neymar vom spanischen Fußballverein FC Barcelona zum französischen Proficlub Paris St. Germain. Dieser Spielerwechsel löste ein gigantisches Medieninteresse aus, da Neymar für einen Preis von 222 Millionen Euro gewechselt ist.

Eine derartige Geldsumme floss nie zuvor zwischen zwei Fußballvereinen und lässt sich daher kaum mit der Vorstellung verknüpfen, dass ein Mensch allein aufgrund seiner Fertigkeiten einen solchen Geldwert besitzt.

Bereits zuvor hatte es Spielertransfers in Höhe von 100 Millionen Euro gegeben. Der walisische Fußballnationalspieler Gareth Bale war im Sommer des Jahres 2013 für mehr als 100 Millionen Euro von den Tottenham Hotspurs (England) zu Real Madrid (Spanien) gewechselt. Das war damals der teuerste Spielertransfer weltweit.

Drei Jahre später wurde dieser Rekord durch den französischen Nationalspieler Paul Pogba abgelöst. Er war für die Ablösesumme von 105 Millionen Euro von Juventus Turin (Italien) zu Manchester United (England) zurückgekehrt.

Ein Fußballspieler, der die Fähigkeit besitzt, einen Ball sehr gut zu dribbeln, ein ausgewiesen gutes taktisches Verständnis aufweist und für einen Verein zahlreiche Tore schießt, wird also für fast eine Viertelmilliarde Euro verkauft. Der Transfer solcher Geldsummen ist allerdings für manch einen misstrauischen Zeitgenossen unbegreiflich.

Dieser monetäre Wert wird letztlich an ein paar fußballerischen Fertigkeiten festgemacht. Es fehlt dafür jedoch eine einleuchtende Begründung und zugleich ist es obskur, dass der Mensch zu einer geldwerten Ware auf dem fußballerischen Transfermarkt wird.

Im Fußball würde kaum ein Profi, Trainer, Funktionär oder Manager zugeben, dass international mit Menschen gehandelt wird.

Diese Aussage würde schließlich das Fußballgeschäft zerstören. Sie könnte den ruhmreichen Zeiten dieses Sportes ein nahes Ende setzen, wenn die Stimmen der Kritiker lauter werden würden.

Schlussendlich lässt das Spiel mit solch irrealen Geldsummen ein trauriges Geschäft zu, das doch international bekämpft werden sollte.

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