Sind Tesla-Autos weniger “grün” als vergleichbare Diesel- oder Benzinautos?

27-06-18 08:19:00,

Bild: Joseph Thornton/CC BY-SA-2.0

Die britische Firma Engaged Tracking behauptet zudem, die Tesla-E-Autos würden so viele CO2-Emissionen verursachen wie ein durchschnittliches Fahrzeug in Großbritannien

Tesla ist in letzter Zeit durch einige Unfälle der E-Autos aufgefallen, die auf Autopilot fuhren. Der amerikanische Automobilverband AAA erklärte unlängst, dass die Tesla-Autos Model S und Model X öfter verunglücken als andere Wagen und teurer zu reparieren seien. Das Model S sei 46 Prozent öfter in Unfälle verwickelt als der Durchschnitt der Fahrzeuge, die Reperaturkosten seien um 50 Prozent höher. Wer sein Tesla-Auto über AAA versichert, wird demnächst mit einer Erhöhung der Versicherungssumme um 30 Prozent rechnen müssen.

Natürlich bestreitet Tesla den AAA-Bericht, aber nun kommt schon ein weiterer Bericht, der zu einem schweren Imageschaden führen könnte. Die britische Firma Engaged Tracking, die Emissionsdaten für klimafreundliche Investoren analysiert, sagt in dem Bericht “Außen grün, innen rot”, Teslas E-Autos würden noch mehr Treibhausgas-Emissionen verursachen als vergleichbare Luxusautos wie etwa Volvo XC70, Audi A6, Mercedes-Benz E Klasse oder BMW 5er Reihe, die mit Benzin fahren.

Tesla bewerbe seine E-Autos mit grünen Versprechen wie “sauberem Transport und sauberer Energieproduktion”, während Politiker kritisiert werden, die der enormen Lobbymacht der fossilen Treibstoffindustrie nachgeben. Tesla gibt sich als Vorreiter einer Technik, die in einen “Nullemissions-Zukunft” führen. Aber Tesla berichte nicht wie mittlerweile viele der Konkurrenten mit ihren “schmutzigen” Fahrzeugen über die Treibhausgas-Emissionen.

Engaged Tracking hat daher versucht, die bei Herstellung und Stromerzeugung entstehenden Emissionen anhand der Industriemaßstäbe und des veröffentlichten Energieverbrauchs von Teslas Fahrzeugen abzuschätzen. Dabei wurde der Emissionsfaktor (emission intensity) als Vergleichsmaßstab bestimmt, also die CO2-Emissionen für jeden Dollar, den ein Unternehmen verdient. Ob man, wie offenbar Engaged Tracking, den Angaben über Treibhausgasemissionen von BMW und Mercedes ungeprüft Glauben schenken will, ist nach den Skandalen in letzter Zeit wahrscheinlich etwas verwegen.

Nach den Berechnungen liegt der Emissionsfaktor von Tesla um 13 Prozent höher als beim größten Fossilenergie-Konkurrenten. BMW habe 2017 2 Millionen Fahrzeuge verkauft, 20 Mal mehr als die 100.000 verkauften Tesla-Autos, aber die CO2-Bilanz von BMW sei nur 13 Mal größer. Noch schlechter sieht es gegenüber Mercedes aus, hier ist Teslas CO2-Bilanz sogar um 70 Prozent größer.

Unter den E-Autos, die häufig mit Strom aus fossilen Energien fahren,

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