Die Blaupause für den Polizeistaat

Die Blaupause für den Polizeistaat

02-07-18 05:21:00,

Foto: Thorsten Schröder/ CC BY 2.0

“Ohnmacht, Angst, Wut”: Der Hafengeburtstag in der Gesellschaft der Hilfspolizisten – eine Bilanz des G20

Vielleicht ist der HSV ja auch deswegen abgestiegen. Verdient, so wie die unfreie Hansestadt Hamburg noch ganz andere Strafgerichte verdient hätte nach dem vollkommen und in jeder Hinsicht in den Elbsand gesetzten G20 vor einem Jahr.

Pünktlich zum ersten Geburtstag dieses “Hafengeburtstags” (Olaf Scholz, damals noch Erster Bürgermeister von Hamburg), hat die Polizei vor wenigen Tagen in Frankfurt und Offenbach vier Personen verhaftet. Pünktlich hat jetzt auch das “Komitee 17” eine sehr lesenswerte, insgesamt hervorragende Darstellung der Ereignisse aus Sicht des Protests veröffentlicht.

Das “Komitee 17” besteht nach eigenen Angaben “aus Zeugen, Aktivisten und Beobachtern, die sich für die Nachbesprechung des G20-Gipfels in Hamburg gesammelt haben, Frauen und Männer mit dem Bedürfnis, dieses Großereignis, seine Voraussetzungen und seine Konsequenzen in Worte zu fassen.”

Was dabei herauskommt, ist nicht unbedingt überraschend, aber spannend und vor allem für all jene lesenswert, die die “Gewalt” von Protestseite ganz schrecklich finden und sich vor allem dafür sorgen, dass sie Anliegen des Protests verdrängen würde. Dass das Gegenteil der Fall ist, dass ohne die “Gewalt” sich heute niemand mehr erinnern würde, dass es überhaupt einen Protest gab, zeigt dieses Buch.

Die beispiellose Entleerung der Metropole

Ein Großteil ist der dichten Beschreibung der Vorgänge gewidmet. Das liest sich dann so:

Über 15.000 standen gegen die Strategie der Angst und entwerteten die Politik der Panik allein durch ihre Anwesenheit. Die lockere Vielfalt in der sie über die Nachmittagsstunden den Fischmarkt einnahmen, passte nicht zum Bild der schwarzen Gefahr. Sie wirkten wie die entspannten Besucher eines Open-Air-Festivals… Sicherlich haben all die, die an diesem sonnigen Nachmittag an die Elbe kamen ganz unterschiedliche Motiven im Konkreten oder im Allgemeinen, aktuell oder längerfristig, gegenüber der Polizei oder dem dämonisierten Block, aber eines verband sie alle: Sie ließen sich nicht sagen, was richtig und legitim oder falsch und illegal sei, widersprachen dem Spiel von Gut und Böse.

G20.Verkehrsprobleme in einer Geisterstadt

Oder so:

Vom Elbufer auf der ganzen Breite des Zentrums bis hinaus über den Flughafen war das Stadtgebiet zur Sicherheitszone erklärt worden,

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