Die nächste Revolution

Die nächste Revolution

07-07-18 06:44:00,

Im vorherigen Beitrag haben wir uns mit den Gründen der Notwendigkeit einer neuen Revolution befasst. Wir haben gesehen, dass das gegenwärtige System nicht nur den Menschen versklavt und seiner Dogmatik des Konsums und der Produktion unterwirft, sondern auch die Lebensgrundlage des Menschen, die Umwelt, fortschreitend zerstört. In gebotener Kürze habe ich dargelegt, aus welchen Gründen eine Revolution trotz all der offenkundigen Gründe bisher ausblieb. Im Folgenden werde ich nun darauf eingehen, welche Fehler alle bisherigen Revolutionsversuche begangen haben ‒ warum sie nie zu einem vollkommenen Umsturz der herrschenden Ordnung führen konnten. Hiernach werden wir zusammen ein Ausblick auf die Konditionen einer neuen Revolution wagen.

Nun ist es nicht so, dass eine Revolution etwas vollkommen Neues, etwas nie Dagewesenes darstellen würde. Die Geschichte weist im Gegenteil zahlreiche Beispiele auf. Die bekanntesten sind wohl die Französische Revolution sowie die bolschewistische Revolution in Russland. Auch nach dem zweiten Weltkrieg gab es mit der sogenannten 68er-Bewegung in den westlichen Staaten eine Strömung, die sich wohl als revolutionär bezeichnen lassen könnte, da sie sich hauptsächlich gegen verkrustete, autoritäre Strukturen und Hierarchien sowie die kriegerische Politik westlicher Staaten richtete und somit gängiges staatliches Handeln fundamental in Frage stellte. Keiner dieser revolutionären Bewegungen gelang es jedoch, das System grundlegend zu verändern. Natürlich hat die französische Revolution den feudalen Ständestaat beendet und den König entthront, ebenso wie die bolschewistische die Herrschaft der Zaren beendete.

Doch wurde dadurch nur eine mächtige Klasse durch eine andere ersetzt.

In Frankreich hat das Bürgertum nur den Adel abgelöst, um an seiner Stelle die Herrschaft über das Volk auszuüben. Es richtete eine Herrschaft des Terrors ein, um Andersdenkende zu unterdrücken und schreckte auch vor Waffengewalt gegenüber friedlichen Versammlungen nicht zurück (1, 2).

Die Bolschewisten hingegen propagierten die Diktatur des Proletariats, durch welche die Klassengesellschaft aufgelöst und die Produktionsgüter in die Hand des Volkes gelegt werden sollten. Doch wie in jeder Diktatur zeigt sich nach der Revolution ein Unwille, die Macht tatsächlich abzugeben oder auch nur zu teilen, sobald sie einmal in den eigenen Händen liegt.

Und so bildete sich eine kleine, herrschende Klasse heraus, die sich nun nicht mehr durch Adelstitel, sondern durch Waffengewalt „legitimierte“. Zwar unterstützten die Bolschewiki vor der Oktoberrevolution den Aufbau von Arbeiterräten, nach ihrer Machtergreifung wandten sie sich jedoch gegen diese.

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