Studie zu Armut: „Wie groß die Unterschiede ausfallen, das hat uns dann doch ein wenig überrascht“ – www.NachDenkSeiten.de

Studie zu Armut: „Wie groß die Unterschiede ausfallen, das hat uns dann doch ein wenig überrascht“ – www.NachDenkSeiten.de

07-07-18 06:20:00,

6. Juli 2018 um 9:13 Uhr | Verantwortlich:

Studie zu Armut: „Wie groß die Unterschiede ausfallen, das hat uns dann doch ein wenig überrascht“

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Interviews, Ungleichheit, Armut, Reichtum

Ein Verdiener reicht heute in vielen Fällen kaum noch aus, um die Familie vor Armut zu bewahren. Ist die Mutter in einer Paarfamilie länger nicht erwerbstätig, leben 32 Prozent der Kinder dauerhaft oder wiederkehrend in Armut. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervor. Noch gravierender ist die Situation, wenn die Mutter alleinerziehend und arbeitslos ist: Dann liegt der Anteil bei 96 Prozent. Im NachDenkSeiten-Interview gehen die beiden Sozialwissenschaftler Claudia Wenzig und Torsten Lietzmann näher auf ihre Studie ein und betonen, dass der Kampf gegen Armut ein zentrales Thema ist und bleibt. Von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Sie haben sich gerade in einer Studie mit „Armutslagen“ in Deutschland auseinandergesetzt. Sind Familien besonders von Armut bedroht, wenn nur ein Elternteil arbeitet?

Torsten Lietzmann: Aus vielen Untersuchungen weiß man, dass die Erwerbssituation in einem Haushalt ein wichtiger Einflussfaktor für die Armutsgefährdung ist. Wir haben uns dies in unseren Analysen daher genauer angesehen und haben in einem Fünf-Jahres-Zeitraum sowohl die Einkommenslagen eines Haushaltes als auch die Erwerbsbeteiligung untersucht. Zusätzlich haben wir noch unterschieden zwischen Kindern in Paar-Familien und Kindern, die nur mit einem Elternteil zusammenleben. Auch in unserer Untersuchung zeigt sich der starke Zusammenhang zwischen der Erwerbssituation der Mutter und den Armutslagen von Kindern.

Zu welchen Ergebnissen sind Sie in Ihrer Studie gekommen?

Torsten Lietzmann: In Paarfamilien beispielsweise leben nahezu alle Kinder in einer abgesicherten Lage, wenn die Mutter dauerhaft Vollzeit oder Teilzeit oder geringfügig arbeitet. Wenn sie dauerhaft nicht erwerbstätig ist, ändert sich das Bild. 32 Prozent der Kinder sind dann in einer dauerhaften oder wiederkehrenden Armutslage.

Was haben Sie noch herausgefunden?

Claudia Wenzig: In Ein-Eltern-Familien hängt das Armutsrisiko von Kindern noch stärker an der Erwerbstätigkeit der Mütter. Nur wenn eine alleinerziehende Mutter über einen längeren Zeitraum in Vollzeit erwerbstätig ist,

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