„Korruption und informelle Kanäle entsprechen der Natur des Systems Putin“ – Die DGAP und ihr Einfluss auf unser Russlandbild – www.NachDenkSeiten.de

„Korruption und informelle Kanäle entsprechen der Natur des Systems Putin“ – Die DGAP und ihr Einfluss auf unser Russlandbild – www.NachDenkSeiten.de

10-07-18 05:42:00,

„Korruption und informelle Kanäle entsprechen der Natur des Systems Putin“ – Die DGAP und ihr Einfluss auf unser Russlandbild

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Lobbyorganisationen und interessengebundene Wissenschaft, Strategien der Meinungsmache

Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik (DGAP) wollen die politische Meinungsbildung formen. Ihr Einfluss speist sich vor allem aus der Nutzung und Verbreitung ihrer Materialien durch Journalisten und andere „Multiplikatoren“. Das erhöht die Bedeutung des hier beispielhaft besprochenen Artikels der DGAP, der bekannte anti-russische Standpunkte zu dem Schluss destilliert: EU-Staaten müssen mehr für Rüstung ausgeben – sollen sich dadurch aber nicht militärisch von den USA emanzipieren. Von Tobias Riegel.

Dass transatlantische Vorfeldorganisationen in die politische Meinungsbildung in Deutschland eingreifen, wurde auf den NachDenkSeiten bereits beschrieben, etwa hier. Nun hat die Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik (DGAP) einen Aufsatz namens „Präsident Wladimir Putin verabschiedet sich von der liberalen Weltordnung“ von Stefan Meister veröffentlicht. Der Artikel ist für sich genommen nur ein weiterer Mosaikstein in der anti-russischen Tendenz transatlantischer Kreise in Deutschland, eine weitere Einzelstimme im Chor gegen die Völkerverständigung, die man ignorieren könnte. Da die Impulse der US-orientierten Think-Tanks aber eine breite Wirkung etwa in zahlreiche Redaktionen deutscher Medien hinein entfalten können, lohnt es, den Aufsatz genauer anzusehen – möglicherweise werden sich etliche zukünftige Artikel an dieser „Leitlinie“ orientieren.

Ein Wort zur DGAP: Das US-britische Netzwerk wurde 1955 gegründet – vom US-amerikanischen Council On Foreign Relations, den die NachDenkSeiten unter anderem bereits hier thematisiert haben, und dem britischen Chatham House. Die Zusammensetzung der „Gründungsväter“ auf deutscher Seite spricht für sich: Bankiers (Hermann Josef Abs /Deutsche Bank AG, Robert Pferdmenges/Bankhaus Sal. Oppenheim), Großindustrielle (Hans Goudefroy/ Allianz AG, Richard Merton/Metallgesellschaft, Fritz Berg/Präsident des BDI) und Journalisten wie Ernst Friedlaender, der nicht nur Chefredakteur der Wochenzeitung „Zeit“ war, sondern auch Mitbegründer der Atlantik-Brücke, sowie zahlreiche hohe Politiker ergaben die bis heute angestrebte Mischung vergleichbarer Organisationen.

Russland beugt das Recht, Deutschland stärkt es?

Interessanter als die von Stefan Meister erneut aufgeschriebenen Argumente gegen eine deutsch-russische Annäherung sind die entgegengestellten „positiven“ Aspekte westlicher Politik. So unterscheide sich Russlands außen- und sicherheitspolitisches Denken „grundsätzlich von der deutschen Politik.

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