Die Welt von Morgen

11-07-18 04:06:00,

In Teil 1 der Serie haben wir uns mit der Notwendigkeit einer neuen Gesellschaft beschäftigt. Wir haben gesehen, dass der Kapitalismus zu Unfreiheit geführt und einer kleinen Gruppe von wohlhabenden Menschen zu Macht und Einfluss verholfen hat. Dabei unterwirft er jedoch jeden Einzelnen seinen Zwängen des unendlichen Wachstums, wodurch er den ganzen Planeten in den Abgrund reißt. Dem soll nun eine Gesellschaft entgegengesetzt werden, die auf der Basis ganz anderer Prinzipien errichtet wird. Dabei werden die Unzulänglichkeiten des Kapitalismus auch stets aufgegriffen, um eine neue Gesellschaft mit diesem zu kontrastieren.

Eine neue, veränderte Gesellschaft bedarf veränderter Prinzipien. Während der Kapitalismus alle Entwicklungen den Gesetzen eines fiktiven Marktes unterwirft und Effizienz und Selbstoptimierung zum Zweck der Vermögensmehrung zur Grundlage hat, die stets zu Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen Menschen und der Natur sowie zu Selbsthass führen, müssen in einer erneuerten Gesellschaft andere, humanistischere Prinzipien die Grundlage bilden.

Diese sind Ökologie, Mitmenschlichkeit und Liebe.

Ökologie beschreibt das Prinzip, jedes Verhalten an seiner Bedeutung für Mensch und Natur zu messen. Trotz seiner Jahrhunderte langen separatistischen Bestrebungen ist der Mensch noch immer untrennbar ein Teil der Natur. Er verdankt ihr seine Existenz und lebt in und mit ihr. Mehr noch: Mutter Erde ist unser aller Ernährerin. Nur ihr haben wir es zu verdanken, dass wir mit allem versorgt sind, was wir brauchen. In ihrer Macht liegt es, uns mit Nahrung, Licht und Luft zu versorgen – oder uns zu vernichten.

Das Leben muss daher in und mit der Natur stattfinden, nicht in ihr schadenden Bahnen. Der fortwährende Krieg gegen unseren Planeten, den der Kapitalismus uns aufgezwungen hat, muss daher sofort beendet werden. Jede Handlung – im Großen wie im Kleinen – muss auf ihren potenziellen ökologischen Schaden oder Nutzen untersucht werden. Zu wählen ist stets jene Handlungsform, die den geringsten Schaden und/oder den größten Nutzen für die Natur mit sich bringt. Eine solche Abwägung erfordert Weitblick und Voraussicht, Besonnenheit und kritische Reflexion, die in einem umfassenden Bildungssystem dem Menschen nähergebracht werden sollten.

Der zweite Handlungsmotor ist die Mitmenschlichkeit. Im Gegensatz zum kapitalistischen Egoismus, in dem jeder nur nach seinem eigenen Nutzen handelt, muss sich in einer veränderten Gesellschaft jeder Einzelne stets danach fragen, wie er nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Mitmenschen dienen kann. Alle Menschen leben in einem komplexen Beziehungsgeflecht miteinander,

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