Streit um 5G

13-07-18 07:41:00,

Foto: Kārlis Dambrāns. Lizenz: CC BY 2.0

Von der noch nicht genormten neuen Mobilfunkgeneration 5G verspricht sich der Staat erstmal hohe Versteigerungserlöse, mit welchen man den Glafaserausbau fördern will, der wiederum Voraussetzung für die Verbreitung von 5G ist.

Wer 5G flächendeckend einführen will, muss dafür sorgen, dass ein flächendeckendes Glasfasernetz zur Anbindung der 5G-Sendestationen verfügbar ist. Daher will die Bundesregierung jetzt den Glasfaserausbau fördern, ohne den Wettbewerb zu behindern. Der flickenhafte Ausbau der Telekommunikationsnetze hat inzwischen dazu geführt, dass sich zwei Anbieter die Versorgung in der Fläche mit unterschiedlichen Technologien gesichert haben, deren Netze weitgehend auf die Strukturen der ehemaligen Grauen Post zurückgehen. Darüber hinaus werden in verschiedenen Bundesländern Initiativen von Kommunen gefördert, die ein drittes Verteilnetz vorbereiten sollen, das am Ende von den Kommunen an weitere Anbieter verpachtet werden.

Die aktuelle Mobilfunkversorgung in Deutschland

Im Rahmen der Versteigerung der deutschen Mobilfunkfrequenzen hatten sich die Ersteigerer dazu verpflichtet bis Anfang 2020 mindestens 98 Prozent der Haushalte mit Mobilfunk zu versorgen. Mit welcher Technologie dies sein soll, hat man den Netzbetreibern überlassen. Um die Vereinbarungen zu erfüllen genügt eine Mobilfunkverbindung auf der 2G-Ebene, die für eine Datenkommunikation viel zu schwach ist. Zudem müssen die Mobilfunkanbindung nur an der betreffenden Kundenadresse ermöglicht werden. Das kann auch im Garten oder auf dem Balkon sein. Wo kein Kunde wohnt, muss auch kein Netz angeboten werden.

5G auf jedem Feldweg

Im Falle der Versteigerung der Frequenzen für die 5G-Netze will man sich von den Netzbetreibern nicht mehr über den Tisch ziehen lassen und fordert die Verfügbarkeit von 5G nicht nur dort wo die Kunden wohnen, sondern flächendeckend entlang der Verkehrswege, um die Vernetzung autonomer Fahrzeuge zu ermöglichen, sondern auch bis auf den letzten Feldweg und den letzten Acker.

Offensichtlich versprechen sich der Bayrische Bauernverband und die sich gerade im Wahlkampfmodus befindliche CSU einen besonders guten Zuspruch, wenn man die alte Formel “Laptop und Lederhose” jetzt abwandelt und “5G auf jedem Acker” fordert. Wie man derzeit vielfach beobachten kann, wird auch hier mit hohen Geldbußen und anderen Sanktionen gedroht, wenn die Versorgungsauflagen nicht erfüllt werden. Welche Möglichkeiten den Netzbetreibern offenstehen, wenn elektrosensible Bewohner, den flächendeckenden Ausbau der Mobilfunknetze weiterhin so behindern wie bislang schon bei 2-4G, ist bislang unbekannt.

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