Der Countdown für Julian Assange, die Jagd auf Rafael Correa und die Rückkehr Ecuadors zur „Bananen-Republik” – www.NachDenkSeiten.de

Der Countdown für Julian Assange, die Jagd auf Rafael Correa und die Rückkehr Ecuadors zur „Bananen-Republik” – www.NachDenkSeiten.de

15-07-18 11:07:00,

Der Countdown für Julian Assange, die Jagd auf Rafael Correa und die Rückkehr Ecuadors zur „Bananen-Republik”

Veröffentlicht in: einzelne Politiker, Erosion der Demokratie, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech

Julian Assanges Tage in der Londoner Botschaft Ecuadors, in der er seit 6 Jahren festsitzt, sind in der Tat gezählt. Jedoch ist die “Affäre Assange” neuerdings nur die Nebenhandlung eines weitaus brisanteren und bitter ironischen Schauspiels: die gerichtliche Verfolgung seines Gönners und in Belgien lebenden Ex-Präsidenten Ecuadors, Rafael Correa, gegen den die Justiz seines Heimatlandes bei der Interpol-Zentrale im französischen Lyon die Fahndung mit roter Ausschreibung beantragte. Von Frederico Füllgraf.

Die ecuadorianische Justiz beschuldigt Correa, u.a. das Mastermind der im Jahr 2012 in Kolumbien gescheiterten Entführung des mehrfach angeklagten, justizflüchtigen, oppositionellen Politikers Fernando Balda durch ecuadorianische Geheimdienst-Agenten gewesen zu sein. Dass Interpol das Amtshilfe-Ersuchen mit der Festnahme und Auslieferung Correas ohne Vorlage überzeugender Beweise bedienen wird, darf aus guten Gründen bezweifelt werden. Solange jedoch die Akten aus Ecuador nicht ordnungsgemäß eintreffen und von Interpol überprüft wurden, könnte nun auch Rafael Correa vorläufig in Belgien festsitzen und in seiner bewegten Aktivität als Vortragsreisender, Berater und populärer Interviewer politischer Persönlichkeiten von Weltrang in seinem Programm ‚Conversando con Correa‘ bei Russia Today TV behindert werden.

In Pressegesprächen schloss der empörte und sichtlich verunsicherte südamerikanische Ex-Präsident deshalb einen Antrag auf politisches Asyl in Belgien nicht aus (Correa no descarta pedir asilo en Bélgica – EFE, 19. Juni 2018). Im Fall einer Zusage Belgiens hätte ein solcher Antrag zur Konsequenz, dass Correa sich bis auf Weiteres von seiner politischen Karriere und seiner Heimat verabschieden muss, denn beträte er ecuadorianischen Boden, würde er im Handumdrehen verhaftet.

Ein so nicht geplanter, doch nicht auszuschließender Epilog scheint anstelle der Verhaftung des Ex-Präsidenten nicht nur akzeptabel, sondern den konservativen Kräften um Präsident Lenin Moreno und seiner Restaurations-Regierung äußerst willkommen, wäre doch damit die „Gefahr Correa” für die kommenden fünf bis zehn Jahre aus der Innenpolitik Ecuadors verbannt. Dies wäre allerdings auch ein Happy End für die US-Regierung.

Der „Einkaufsbesuch” Mike Pences

Vier Tage vor dem gegen Rafael Correa ausgestellten Haftbefehl stattete nicht zufällig Donald Trumps Vize Mike Pence am vergangenen 29.

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