Helden des Alltags

Helden des Alltags

15-07-18 07:32:00,

Einzelne Menschen können vieles verändern, wo auch immer sie stehen und wer auch immer sie sind. Sie tun, was ihnen richtig erscheint, im Einklang mit ihrem Denken und Fühlen, mit Verstand und Herz.

Oft ist ihr Handeln nicht auf den ersten Blick erkennbar. Sie kommen nicht mit Pauken und Trompeten daher, sondern engagieren sich leise und beständig im Kleinen, Bescheidenen, Alltäglichen. Sie wirken in allen Lebensbereichen und setzen sich ein: für die Aufdeckung von Missständen, für mehr Gerechtigkeit, mehr Solidarität, mehr Respekt, für den Aufbau einer harmonischeren und gesünderen Welt.

Der Rubikon interessiert sich für diese Menschen. Den Anfang macht Ursula Wesseler. Sie ist Rubikon-Autorin der ersten Stunde. Jens Lehrich begegnete ihr im Rahmen des Treffens mit Eugen Drewermann. Spontan lud er sie zu einem Interview ein. Denn Ursula Wesseler hat Mut im Alltag. Sie wagt es, in einer materialistisch orientierten Leistungsgesellschaft von Liebe und Fürsorge zu sprechen und Erneuerungen, die uns als erstrebenswert verkauft werden, grundsätzlich zu hinterfragen.

Als Erzieherin und Leiterin einer Kindertagesstätte engagiert sich Ursula Wesseler seit 35 Jahren im Interesse der kleinsten und schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft. Heute zeigt sie sich alarmiert: Eine neue Gesetzgebung ermutigt Eltern, ihre Kinder schon ab vier Monaten in die Ganztages-Kita zu geben. Viel zu früh, findet sie.

Einerseits klingt es verlockend, vor allem für Frauen: Mütter können schon kurz nach der Geburt ihres Kindes in das Arbeitsleben zurück, ihre Karriere nimmt keinen Schaden. So soll die berufliche Benachteiligung gegenüber Männern eingegrenzt werden. Welche emanzipierte Frau würde sich gegen eine solche Möglichkeit stellen?

Andererseits entstehen Probleme, die sich vor allem auf die Kinder negativ auswirken: In den ersten Lebensmonaten bilden sie noch eine Einheit mit der Mutter und sind viel zu klein, um in Stundenpläne, Entwicklungsraster und Checklisten gepresst zu werden.

Dazu kommt, dass vielen Kitas Zeit, Geld und Personal fehlen und die Kinder nicht altersgerecht betreut werden können.

Durch die immer umfangreicher werdenden und teilweise absurden administrativen Aufgaben, mit denen Erzieher heute zunehmend fertig werden müssen, fehlt ihnen Zeit für ihre eigentliche Arbeit. Die betreuten Gruppen sind oft so groß, dass viele Kinder praktisch eingesperrt werden. Die Betreuer können einfach nicht so viele Babys oder Kleinkinder anziehen, um sie nach draußen zu lassen.

So bekommen die Kinder oft nicht das,

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