Israel: Militär kritisiert aggressive Politik gegen die Nachbarn

Israel: Militär kritisiert aggressive Politik gegen die Nachbarn

15-07-18 07:47:00,

Russlands Präsident Wladimir Putin mit Israels Benjamin Netanjahu, am 11.07.2018 im Kreml. (Foto: dpa)

Russlands Präsident Wladimir Putin mit Israels Benjamin Netanjahu, am 11.07.2018 im Kreml. (Foto: dpa)

Amiram Levin, Generalmajor der Reserve der Israelischen Armee (IDF), hält die aggressive Politik der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gegenüber Syrien für falsch. So wie er denken viele führende Militärs in Israel, doch nur wenige wagen es, ihre Position offen zu vertreten. Levin ist einer der besten Kenner der Lage an Israels Grenzen. Viele Jahre war er Befehlshaber des IDF Northern Command (syrische Grenze), war als Kommandeur der prominentesten Eliteeinheit der IDF an spektakulären Aktionen beteiligt und diente als stellvertretender Direktor des Mossad.

Er kritisiert die militärischen Schläge Israels auf syrischem Hoheitsgebiet und die Fixierung Israels auf einen vollständigen Abzug von iranischen Einheiten aus Syrien.

Am vergangenen Mittwoch hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Besuch ab – der bereits dritte in nur sechs Monaten – und forderte den vollständigen Rückzug aller iranischen Truppen aus ganz Syrien.

Einen Tag zuvor hatte die israelische Luftwaffe zum dritten Mal T4, eine iranische Militärbasis in der Nähe von Homs in Syrien, angegriffen.

Diese und andere Angriffe solle signalisieren Teil einer Politik, dass Israel keine iranische Präsenz in Syrien tolerieren werde. Levin hält die Militärschläge wie auch die politische Forderung für falsch.

Ihm zufolge kann die politische Forderung von Netanjahu nicht mit Angriffen auf Militär-Basen in Syrien begründet werden. Sie stellen keine Handlung der Selbstverteidigung war. Levin sagte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten: „Die israelische Aktivität in Syrien bringt die Bedrohung nur näher an Israel heran. Israel hat eine unnötige Front mit Syrien eröffnet hat, anstatt stillschweigende Diplomatie zu wählen.“

Levin ist überzeugt, dass Israel die iranische Bedrohung als größer darstellt, als sie tatsächlich ist. Er glaubt auch, dass einige dieser unnötigen und sogar schädlichen israelischen Militäraktionen – wie er sie definiert – wenig mit Sicherheit zu tun haben und hauptsächlich durch politische Überlegungen motiviert sind.

Wenn er über Syrien spricht, bringt er nicht nur theoretisches Wissen mit. Es klingt, als ob er die Gegend persönlich kennt. Auf die Frage, ob er jemals dort gewesen sei, antwortet Levin ausweichend: „Sagen wir einfach, ich kenne den Ort sehr gut.“

Die israelische Politik basiert darauf, dass Israel die iranische Präsenz und iranische Raketen jenseits der Grenze nicht akzeptieren kann.

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