Breitscheidplatz: Wie lief der Anschlag genau ab?

Breitscheidplatz: Wie lief der Anschlag genau ab?

16-07-18 12:13:00,

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidtplatz 2013. Foto: Arild Vågen. Lizenz: CC BY-SA 3.0

  1. Breitscheidplatz: Wie lief der Anschlag genau ab?

  2. Das Interview mit Andreas Schwartz

  3. Puzzlestück eines anderen Tatablaufes als dem offiziell dargestellten?


  4. Auf einer Seite lesen

Obwohl mehr als eineinhalb Jahre seit dem LKW-Attentat vergangen sind, kann die Bundesanwaltschaft vieles nicht beantworten – Interview mit dem Anschlagsopfer Andreas Schwartz

Zwölf Menschen sind dem Anschlag vom 19. Dezember 2016 auf dem Breitscheidplatz in Berlin zum Opfer gefallen, Dutzende wurden zum Teil schwer verletzt, noch mehr traumatisiert. Der Attentäter war mit einem Sattelschlepper abends um 20 Uhr in die Menschenmenge des Weihnachtsmarktes bei der Gedächtniskirche gefahren. Viele Menschen wurden Ohren- und Augenzeugen der Tat. Dennoch sind bis heute zahlreiche Details unklar oder umstritten. Viele Fragen sind unbeantwortet, wie die, warum der Täter scheinbar so ohne weiteres entkommen konnte.

Zwei Sonderermittler und drei parlamentarische Untersuchungsausschüsse mühen sich bisher mit der Aufklärung der Hintergründe ab. Doch sie stellen fest, dass die Fragen mehr werden und nicht weniger. Vieles erinnert bedenklich an den ebenfalls weiterhin ungeklärten NSU-Komplex. Noch immer ermittelt die Bundesanwaltschaft das Tatgeschehen. Derweil müssen die Parlamentarier auf die Akten warten.

Dass nicht einmal feststehen soll, was genau am Anschlagstag geschehen ist, macht die Opfer nervös. Viele Menschen haben Wahrnehmungen gemacht – wurden sie befragt? Was für Zeugenaussagen gibt es? Mit welchem Inhalt? Man fragt sich das auch, weil inzwischen Aussagen bekannt wurden, die mit dem offiziell Erklärten nicht zusammenpassen.

Nach der Version der Bundesanwaltschaft soll der mutmaßliche Attentäter Anis Amri am Nachmittag des 19. Dezember 2016 sich jenen Lastwagen als Tatwaffe ausgesucht haben, der in Berlin am Friedrich-Krause-Ufer abgestellt war. Er gehörte einer polnischen Spedition. Um etwa 19:30 Uhr soll Amri den Speditionsfahrer erschossen, das Fahrzeug in seine Gewalt gebracht und ziemlich genau um 20:02 Uhr auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gesteuert haben. Dort starben elf weitere Menschen.

Geldbörse, Duldungsbescheinigung und zwei Handys im Führerhaus

Der Attentäter soll unerkannt den Tatort und die Stadt verlassen haben. Erst am folgenden Tag sollen seine Geldbörse,

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