White Helmets sollen nach Deutschland evakuiert werden

White Helmets sollen nach Deutschland evakuiert werden

21-07-18 07:05:00,

Aktionsgebiete der White Helmets. (Grafik: White Helmets)

Aktionsgebiete der White Helmets. (Grafik: White Helmets)

Nach Angaben des US-Magazins TIME stehen die USA kurz davor, Mitglieder der Zivilschutzorganisation White Helmets aus dem Südwesten Syriens zu evakuieren. Das Magazin beruft sich bei seinen Angaben auf Informationen von zwei hochrangigen US-Beamten. Die Evakuierung soll von den USA, Kanada und Großbritannien geleitet werden. In der ersten Phase sollen die White Helmets aus dem Südwesten in Transitlager der Nachbarländer gebracht werden. Das Magazin wörtlich: „Von dort aus werden sie in Drittländer, darunter Großbritannien, Deutschland, die Niederlande und möglicherweise Kanada, geschickt, so die Beamten, die unter der Bedingung der Anonymität gesprochen haben, weil sie nicht befugt waren, die Angelegenheit öffentlich zu diskutieren.”

Abraham Wagner vom Center for Advanced Studies on Terrorism (CAST) sagte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten, dass am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel über die Evakuierung der White Helmets gesprochen wurde. Wagner wörtlich: „Der Krieg wird hier zurückgeschraubt und Syrien (Regierung in Damaskus, Anm. d. Red.) erlangt die Kontrolle über ganz Syrien zurück. Diese Organisation (White Helmets, Anm. d. Red.) ist größtenteils eine humanitäre Organisation, die versucht, mitten im syrischen Bürgerkrieg Katastrophenhilfe zu leisten, und es gibt viele Beweise dafür, dass sie viele Menschen gerettet haben. Es gab einige ’Berichte’, wonach sie irgendwie mit Terroristen in Verbindung stehen, von denen die meisten glauben, sie seien falsche Berichte. Ich weiß wirklich nicht, wohin sie evakuiert werden würden, wenn sie syrische Staatsangehörige sind. Es wäre problematisch, wenn sie nach dem derzeitigen US-Reiseverbot versuchen würden, in die USA einzureisen, es sei denn, sie würden Ausnahmegenehmigungen erhalten. Es könnte auch sein, dass die Russen Assad dazu bringen könnten, sie gut zu behandeln, so dass die Evakuierung nicht notwendig wird.”

Auch ein Sprecher der White Helmets hat dem US-Magazin diesen Evakuierungsplan bestätigt, da die syrische Armee (SAA) in den südwestlichen Regionen Quneitra und Daraa an Boden gewinnt. Die Evakuierungsmaßnahmen würden seit geraumer Zeit stattfinden. Allerdings seien diese nach dem NATO-Gipfel in Brüssel beschleunigt worden. „Das sind harte Stunden und Minuten (…) Dies ist der schlimmste Tag meines Lebens. Ich hoffe, sie retten uns, bevor es zu spät ist”, so ein Sprecher der White Helmets aus Quneitra. Quneitra ist der letzte Landstreifen in Syrien, der sich noch nicht komplett unter der Kontrolle der SAA befindet.

Zwischen Söldner-Truppen und der Regierung in Damaskus laufen auch Verhandlungen über die Evakuierung der Söldner aus Syrien in die nordwestliche Provinz Idlib.

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