Jaime Bayly und die Attentäter – Zu den Hintergründen des Anschlags auf Nicolás Maduro – www.NachDenkSeiten.de

10-08-18 09:54:00,

10. August 2018 um 8:47 Uhr | Verantwortlich:

Jaime Bayly und die Attentäter – Zu den Hintergründen des Anschlags auf Nicolás Maduro

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Länderberichte

Jaime Bayly, Moderator der allabendlichen One-Man-Show „Bayly“, die von Mega TV in Miami ausgestrahlt wird, räumte am vergangenen Montag, dem 6. August, endgültig mit medialen Mutmaßungen und konspirativen Ellipsen auf, die den Anschlag auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro (Codewort “Operación Fénix”) als selbstinszeniertes Attentat umzudeuten versuchten. Von Frederico Füllgraf.

„Ich habe im Verlauf der Woche von dem Plan erfahren. Meine Quellen, die im Allgemeinen zuverlässig sind, riefen mich an, sie luden mich zu einem Treffen ein. Ich wollte nicht gehen, weil ich faul bin. Aber ich ging. Sie sagten mir: ´Am Samstag werden wir Maduro mit Drohnen töten. Wir haben die Drohnen in Caracas getestet, sie funktionieren´. Und ich sagte ihnen: ´Tut es! Macht es! Lasst uns voranschreiten!´”, erklärte der seit Ende der 1990-er Jahren in den USA lebende peruanische Buchautor und Showmaster mit süffisanter Attitüde.

Dem für Kontroverse, Provokation, Zoff und Kündigungen in verschiedenen, privaten TV-Sendern bekannten Fernsehmann gingen die Gäule durch, als er seinem mehrheitlich spanischsprachigen Publikum selbstprahlerisch offenbarte, sogar bereit gewesen zu sein, die Verschwörer finanziell zu unterstützen, ihnen z.B. eine Drohne für weiter geplante Anschläge zu schenken. Denn „es kommt noch mehr davon!“, erklärte der Journalist, indem er sich die Drohungen der Urheber des am 04. August gescheiterten Attentats in Caracas zu eigen machte.

Unter Berufung auf „sehr zuverlässige Quellen“, mit denen er gesprochen habe, biederte Bayly sich überdies als Informant der US-Regierung an. Es werde keine von ihr gelenkte Militärintervention in Venezuela geben, man ziehe indes vor, die „Rebellen“, die Maduro als „Terroristen“ bezeichnet, zu unterstützen; „mit logistischer und technologischer Unterstützung der Gringos“, schmunzelte Bayly bei Verwendung der abfälligen Bezeichnung für US-Amerikaner in Lateinamerika.

Das Bündnis abtrünniger Militärs mit Barrikaden-Gewalttätern

In der zitierten einstündigen Sendung – in deren Schlussteil Bayly doch tatsächlich und hartnäckig den sich auf US-Tournee befindlichen venezolanischen Schauspieler Hector Manrique zu einem Gewaltaufruf gegen die Regierung Nicolás Maduro zu nötigen versuchte – bestätigte der Peruaner allerdings, was Maduro und seinem Geheimdienst seit geraumer Zeit schlaflose Nächte bereitet.

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