Tagesdosis 10.8.2018 – US-Massenmord und die Legende von Hiroshima | KenFM.de

10-08-18 10:05:00,

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Keine militärische Notwendigkeit, sondern verbrecherisches Polit-Kalkül.

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Am Montag vor 73 Jahren setzten die USA zum ersten aber nicht zum letzten Mal in der Geschichte der Menschheit eine Atomwaffe gegen die Zivilbevölkerung der japanischen Großstadt Hiroshima ein. Wie zum Hohn, und als wären die unsägliche Grausamkeiten und Leiden der Überlebenden von Hiroshima nicht entsetzlich genug gewesen, fiel 3 Tage später die zweite nukleare US-Massenvernichtungswaffen auf die nichtsahnenden Menschen der Großstadt Nagasaki. Wie aus den Dokumenten jener Zeit hervorgeht, sahen auch führende US-Militärs damals- im Gegensatz zur anschließend verbreitenden Mär- keine zwingende militärische Notwendigkeit für den Einsatz dieser beiden, unterschiedslos tötenden, verstümmelnden und verstrahlenden Massenvernichtungswaffen. Denn damals bemühte sich die japanische Regierung bereits seit einiger Zeit und mit Wissen der Amerikaner um Kapitulationsverhandlungen.

Dokumente, die vor allem erst in den letzten zwei Jahrzehnten veröffentlich wurden, deuten vielmehr darauf hin, dass Washington mit Blick auf die Verhandlungen über die Nachkriegsordnung mit der aufsteigenden Supermacht Sowjetunion mit dieser nuklearen Machtdemonstration einschüchtern wollte. In diesem politischen Kalkül der US-Regierung spielten die unzähligen Opfer von Hiroshima und Nagasaki keine Rolle. Denn auch bei dieser Entscheidung spielte der in den USA weit verbreitete Rassismus mit. Erst viel später versuchten die für den atomaren Massenmord verantwortlichen US-Politiker, ihre Tat mit angeblicher militärischen Notwendigkeiten zu rechtfertigen, denn auf diese Weise wäre der Krieg schneller vorbei und die Gesamtzahl der Opfer geringer als ohne Atomwaffeneinsatz gewesen. Laut dieser, auch heute noch offiziellen US-Version, wird aus einem der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte letztlich sogar ein humaner Akt. So kann man Geschichte verdrehen.

Die beiden vom US-Präsident Harry Truman befohlenen Atombombenabwürfe forderten je nach Schätzung zwischen 90.000 und 166.000 Menschenleben, allein in Hiroshima. Die Opfer waren fast ausschließlich Zivilisten. Viele wurden sofort getötet, andere starben in den Tagen danach. In Nagasaki forderte die neue US-Superwaffe zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung zwischen 39.000 und 80.000 Menschen das Leben.

Selbst von US-Militärhistorikern wird nicht bestritten, dass es sowohl in Hiroshima als auch in Nagasaki keine auch nur halbwegs bedeutenden, militärischen Ziele gab. Stattdessen handelte es sich um zwei Großstädte mit lebhaftem zivilem Leben.

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