Der neue Antisemitismus

11-08-18 01:44:00,

Das Thema Antisemitismus ist politisch zu ernst, als das man es der zionistischen Lobby und deren Helfershelfern (Sayanim) überlassen sollte (1) . Einige Vertreter dieser Lobby verfahren nach dem Motto: „Wer Antisemit ist, bestimme ich.“

Antisemitismus ist das Vorurteil oder der Hass auf Juden wegen ihres Jude-seins. Da diese „primäre“, plumpe Form heutzutage weltweit geächtet ist, haben die diversen israelischen Regierungen und die mit ihr aufs engste kooperierende Israellobby Surrogate in Form neuer Spielarten oder Elementen des Antisemitismus ausgemacht. Zum Beispiel den sekundären Antisemitismus, der sich aus dem Schamgefühl und der Verdrängung über die Verbrechen am europäischen Judentum speist. Überspitzt und zynisch könnte man formulieren, dass es sich dabei um Judenhass nicht trotz, sondern wegen Ausschwitz handelt. Einige rechtslastige Israel-Unterstützer sprechen sogar schon vom „tertiärem“ Antisemitismus und meinen damit den „Hass auf Israel“. Für sie gilt bereits der Antizionismus als „sekundärer Antisemitismus“.

Das Meisterstück dieser Manipulation wurde mit einer so genannten Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ erreicht. Dieser Beitrag ist deshalb so erschütternd, weil Arte und der WDR sich dem Druck der zionistischen Lobby beugen und diesen Propagandastreifen, der von der israelischen Hasbara nicht perfekter hätte produziert werden können, trotz schwerwiegender Bedenken und zahlreicher journalistischer Mängel, doch noch ausstrahlen mussten. WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn gab in seinem „Verhör“ mit Michael Wolffsohn zu, dass eine monatelange Kampagne dieser erzwungenen Ausstrahlung vorausgegangen war.

Im Folgenden soll untersucht werden, ob es bei der Kritik an der Politik der israelischen Regierungen und der Kritik am Zionismus, der Ideologie des Staates Israel sowie bei Befürwortern der BDS-Bewegung um „Antisemitismus“ respektive „Antisemiten“ handelt. Oder geht es nicht primär darum, jegliche Kritik an der menschenverachtenden Politik der israelischen Regierung gegenüber dem palästinensischen Volk als „Antisemitismus“ zu brandmarken, um Israel politisch zu immunisieren, die Kritiker zu stigmatisieren und mundtot zu machen, damit die Kolonisierung des Landes Palästina weiter ungestört fortgesetzt werden kann?

Der Zionismus ist mit dem politischen Anspruch angetreten, einen „Judenstaat“ zu schaffen, in dem die Juden gleichberechtigt wie jedes andere Volk in der Völkerfamilie leben können. Die einzigartige Ausnahmesituation der Juden in der Welt sollte beendet werden, was jedoch nicht gelungen ist. Aufgrund der Kolonisierung Palästinas und der damit einhergehenden Entrechtung und Unterdrückung des Palästinensischen Volkes, isoliert sich Israel in der internationalen Staatengemeinschaft zusehends. Die Trump-Administration unternimmt gerade alles,

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