Tagesdosis 11.8.2018 – Donald Trump und die QAnon-Bewegung | KenFM.de

11-08-18 01:33:00,

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Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Donald Trump hat etwas geschafft, was kein US-Präsident vor ihm geschafft hat: Er hat einen Teil der US-Bevölkerung dazu gebracht, ihn für einen „Feind des Establishments“ zu halten. Im Internet existiert seit Herbst 2017 eine Bewegung mit dem Namen „QAnon“, deren Mitglieder davon überzeugt sind, dass Trump einen Geheimplan zum Sturz der US-Eliten verfolgt.

Mittlerweile hat QAnon sogar Eingang in die amerikanischen Mainstream-Medien gefunden. Kaum ein Fernsehsender in den USA versäumt es, bei Trumps öffentlichen Auftritten Menschen mit „Q“-Plakaten zu zeigen, in zahlreichen nationalen Tageszeitungen wird derzeit ausführlich über QAnon berichtet.

Das ist nicht verwunderlich, denn QAnon stellt den Immobilien-Milliardär Trump als eine Art Robin Hood dar, der die Maske irgendwann fallen lassen und sich als Vorkämpfer für den „Kleinen Mann“ entpuppen wird. QAnon blendet mit einer Art religiösem Fanatismus die Wirklichkeit aus und vertröstet die Anhänger auf einen Tag „X“, an dem die Gerechtigkeit siegen wird. QAnon ist damit – ähnlich den Weltreligionen, die ein besseres Leben im Jenseits versprechen – eine hervorragende Stütze der im Diesseits herrschenden Finanzelite.

Trump hatte sich bereits im Wahlkampf mit Aussagen wie „Lasst die Wall Street nicht mit Mord davonkommen!“ als Gegner der US-Großbanken inszeniert. Viele wegen ihrer sozialen Lage verzweifelte und politisch wenig informierte Amerikaner haben ihn daraufhin in dem Glauben gewählt, dass er eine Wende herbeiführen und die Macht der Finanzelite brechen werde.

Die seit Trumps Amtseinführung vergangenen 18 Monate aber rücken diese Fehleinschätzung deutlich zurecht. Mit Steven Mnuchin hat er sich gleich zum Auftakt einen Finanzminister ins Kabinett geholt, der 17 Jahre lang in leitender Position für Goldman Sachs gearbeitet und danach seinen eigenen Hedgefonds gegründet hat. In Kalifornien ist Mnuchin als „Zwangsversteigerungs-Steve“ bekannt, weil er die Notsituation vieler mittelständischer Hausbesitzer nach der Krise von 2008 zur persönlichen Bereicherung ausgenutzt hat.

Bereits drei Monate nach seiner Amtsübernahme hat Trump zusammen mit Mnuchin Teile des Dodd-Frank-Gesetzes außer Kraft gesetzt und das Finanzwesen der USA damit weiter zugunsten der Großbanken dereguliert.

Inzwischen ist auch Trumps Steuerreform in Kraft getreten, mit der er die Unternehmenssteuer von 35% auf 21% gesenkt und den US-Unternehmen zu gewaltigen Einsparungen verholfen hat,

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