Studie: Firmen tracken Nutzer*innen trotz Adblockern

Studie: Firmen tracken Nutzer*innen trotz Adblockern

16-08-18 07:58:00,

Über die letzten zwei Jahrzehnte ist rund ums Online-Marketing eine hochentwickelte Industrie entstanden, die große Gewinne aus der Extraktion und Analyse von User-Daten schöpft. Doch wo diese Datenströme fließen und wer sich Daten abzwackt, ist für Außenstehende völlig intransparent. Zwei Forscher an der Northeastern University in Boston haben nun versucht, das komplexe Firmengeflecht der Online-Werbung nachvollziehbar zu machen. Ihre Studie [pdf] liefert spannende Einsichten in den Aufbau und die internen Abläufe der Online-Werbeindustrie.

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Besonders beunruhigend sind die Ergebnisse mehrerer Simulationen, mit denen die Wirksamkeit von fünf Adblocking-Strategien im Hinblick auf die Privatsphäre von Nutzer*innen getestet wurde. Die populäre Browser-Erweiterung Adblock Plus etwa verhindert in der Standardeinstellung die Verbreitung der Daten ihrer Nutzer*innen nicht, weil wesentliche Werbebörsen aufgrund der Sonderregeln für akzeptable Werbung nicht blockiert werden: „Adblock Plus hat überhaupt keinen Effekt, es ist kein Stück besser als gar nicht zu blocken“, so Muhammad Ahmad Bashir, Co-Autor der Studie, kürzlich in einem Vortrag. Die besten Ergebnisse wurden mit Disconnect erzielt, das die Privatsphäre deutlich erhöht. Trotzdem: Auch die stärksten Blocking-Strategien verhindern der Studie zufolge nicht, dass Personen in 40-80 Prozent der Fälle zumindest von den einflussreichsten Unternehmen beobachtet werden, wenn sie eine Webseite besuchen.

Datenschleuder Echtzeit-Auktion

Die beiden Forscher aus Boston führen dies auf die Effekte von Echtzeit-Auktionen (engl. Real Time Bidding) an Werbebörsen (engl. Ad Exchange) zurück. Diese Werbebörsen funktionieren prinzipiell so: Eine Herausgeberin einer Webseite möchte mit Werbung Geld verdienen und wendet sich daher an eine Werbebörse (oder wird durch eine Demand-Side-Plattform an eine solche vermittelt). Sie implementiert einen JavaScript-Tracker der Werbebörse auf ihrer Webseite. Wird die Webseite von einer Person besucht, lädt sich die Werbebörse in Echtzeit die über ihren Tracker abgegriffenen User-Daten herunter. Diese können Informationen wie beispielsweise Alter, Geschlecht, besuchte Webseiten oder Interessen umfassen. An der Börse können Werbetreibende dann an einer Echtzeit-Auktion (engl. Real Time Bidding) um den Werbeplatz auf der Seite der Herausgeberin teilnehmen. Wer am meisten bietet, kann der Person mit dem gewünschten Profil eine Anzeige schalten.

Beispiel: Obwohl eine Person auf CNN nur von 4 Akteuren getrackt wird (graue Kanten),  » Lees verder

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