Warum den Medien nicht zu trauen ist

17-08-18 07:06:00,

Herr Krüger, nachdem Sie mit »Meinungsmacht« im Jahr 2013 ganz schön für Furore gesorgt haben, haben Sie mit dem Buch »Mainstream: Warum wir den Medien nicht mehr trauen nachgelegt. Warum dieses Buch? Was war Ihre Motivation?

Im Jahr 2014, mit der Annexion der Krim durch Russland, brach eine wohl schon länger schwelende Vertrauenskrise zwischen großen Medien und Mediennutzern offen aus. Sehr viele Nutzer stellten die Deutungsmuster der Berichterstattung in Frage, und die Aufregung wurde damals befeuert von Daten aus meiner Dissertation zu Journalisten in US-nahen Elitennetzwerken, welche durch Alternativmedien wie Telepolis und die NachDenkSeiten sowie durch die ZDF-Satiresendung »Die Anstalt« weite Verbreitung fanden.

Das Jahr 2014 ging dann mit Pegida-Demonstrationen und »Lügenpresse«-Rufen zu Ende – Medienkritik kommt seitdem massiv sowohl von links als auch von rechts, sie beklagt jeweils die Homogenität der Medieninhalte und die Konformität mit der Regierungspolitik, und sie ist oft verbunden mit fundamentaler Systemkritik.

In meinem Buch versuche ich zu erklären, warum sowohl Leser der NachDenkSeiten als auch Pegida-Anhänger den großen Medien das Vertrauen entzogen haben – und zugleich empathisch mit den Journalistinnen und Journalisten zu sein, die in der Vertrauenskrise oft etwas ratlos aussehen und überzeugt sind, einen guten Job zu machen.

Diesmal geht es ja weniger um Elitennetzwerke, sondern um das, was wohl jedermann wahrzunehmen vermag: dass der Korridor der veröffentlichten Meinung inzwischen so schmal ist wie kaum je zuvor. Von medialer Pluralität kann bei vielen Themen inzwischen keine Rede mehr sein, und gerade in Bezug auf Krieg und Frieden sowie Arm und Reich gibt es kaum mehr Abweichungen zur Eliten-Propaganda.

Hat sich die Situation seit 2013 denn weiter zugespitzt? Die skizzierten Gedanken hatten Sie sich ja bereits für »Meinungsmacht« gemacht. Was hat sich verändert seitdem? Warum legen Sie nach?

Auf jeden Fall ist die Wut der Mediennutzer größer geworden und das Empfinden gewachsen, dass der Meinungskorridor zu eng ist. Ich glaube, dass der Mainstream – also die dominanten Narrative in der Mehrzahl der großen Medien – in engem Zusammenhang mit dem Elitendiskurs steht, also dass die Meinungsspanne in den Medien ungefähr der Meinungsspanne in der politischen Elite entspricht.

Nun haben sich die etablierten Parteien in vielen inhaltlichen Fragen einander angenähert: Die SPD ist wirtschaftsliberaler, die CDU ökologischer und die Grünen sind militärfreundlicher geworden.

De facto haben wir,

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