Aufstand der Meinungsmacher: Der Appell der US-Medien ist ein Dokument der Heuchelei – www.NachDenkSeiten.de

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18-08-18 11:51:00,

18. August 2018 um 11:45 Uhr | Verantwortlich:

Aufstand der Meinungsmacher: Der Appell der US-Medien ist ein Dokument der Heuchelei

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkonzentration Vermachtung der Medien, Medienkritik, USA

Hunderte US-Zeitungen haben in verschiedenen Appellen die Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf den etablierten Medienbetrieb skandalisiert. Darunter sind auch jene Medien, die in jüngster Vergangenheit Fake-News-Kampagnen wie die „russische Wahlmanipulation“, den „Gift-Anschlag von Salisbury“ oder den „Volksaufstand in Syrien“ produziert haben. Mit der emotionalen Kampagne fordert diese erste Liga der Meinungsmacher plötzlich die Wahrheit ein. Von Tobias Riegel.

Wenn die dominierenden Medien der USA eine gemeinsame Kampagne starten, dann kann man sich auf große Oper einstellen. Die Intensität der Heuchelei und die Wellen, die der Medien-Aufruf bis in deutsche Redaktionen hinein geschlagen hat, haben dann aber doch überrascht: Mit einer großangelegten Aktion haben hunderte Zeitungen in den USA Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf den etablierten Medienbetrieb skandalisiert. In Leitartikeln bezogen sie Position gegen die Anschuldigung Trumps, Falschnachrichten zu verbreiten und „Feinde des Volkes“ zu sein. Initiiert wurde die Aktion von der Zeitung „Boston Globe“. Nach Angaben des Blattes beteiligten sich etwa 350 Medien.

Die dem Vorhaben innewohnende Heuchelei springt ins Auge: Denn die Aktion wird angeführt vom „Boston Globe“, von CNN, der „New York Times“ oder der „Washington Post“ – also von Medien, die allein in jüngster Vergangenheit ausufernde Fake-News-Kampagnen wie die „russische Wahlmanipulation“, den „Gift-Anschlag von Salisbury“ oder den „Volksaufstand in Syrien“ produziert haben. Mit den emotionalen Appellen fordert diese erste Liga der Meinungsmacher plötzlich die Wahrheit ein – schließlich kam das Phänomen „Fake News“ nach ihrer Darstellung erst mit Donald Trump in die Welt.

Trump zerstört den Mythos des unabhängigen Hauptstadt-Journalisten

Man kann zahllose Aspekte an Trumps Politik und Verhalten verurteilen. Aber die großen US-Medien kritisieren zuverlässig das Falsche: So wäre zum einen die von den meisten US-Redakteuren im Gleichklang dämonisierte Entspannung mit Russland zu begrüßen. Zum anderen ist zwar Trumps Betitelung von Journalisten als „Feinde des Volkes“ abstoßend – aber dass Trump das Märchen vom unabhängigen Hauptstadt-Journalisten endlich als solches offenbart, hat trotz des rabiaten Charakters der Umsetzung auch etwas Befreiendes. Die Entzauberung der Medien-Konzerne als interessengeleitete Lobbyisten mag ein schmerzhafter Erkenntnisprozess sein und mag mit allerlei verbalen Ausfällen Trumps einhergehen – aber durch Trumps radikale Angriffe trauen sich viele Menschen erstmals,

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