Der lange Schatten des Syrienkriegs

22-08-18 08:41:00,

Von Anbeginn an war die Türkei treibende Kraft im Kampf um den Regime Change in Syrien. Sie bot den Gegnern Assads Unterschlupf und half ihnen von dort aus bei der Organisierung des Widerstands. Sie versorgte die sogenannte Freie Syrische Armee (FSA) und griff auch durch Luftunterstützung aktiv in die Kämpfe ein. Die Türkei scheute sich nicht, syrische Flugzeuge abzuschießen, und riskierte durch den Abschuss eines russischen Kampfjets sogar den Konflikt mit dem militärisch wesentlich stärkeren Russland.

Bereits ab 2012 versuchte die Türkei mit solchen Provokationen, den Bündnisfall zu konstruieren, der die NATO und die USA zu einem Eingreifen an der Seite der Türkei und damit auch der FSA in Syrien verpflichtet hätte. Nach anfänglichen Erfolgen der Rebellen hatte sich sehr bald gezeigt, dass sie den Krieg ohne erfahrene Bodentruppen nicht gewinnen konnten. Dazu fehlte die Unterstützung aus der Bevölkerung, auch wenn die westliche Propaganda ein anderes Bild zu vermitteln suchte.

War der Sturz Assads zwar ein Anliegen sowohl des Westens als auch der Türkei, so waren USA und NATO zu mehr als logistischer Unterstützung nicht bereit. Da auf westlicher Seite die Türkei die Hauptlast des Syrienkriegs trug, wuchsen die Spannungen unter den NATO-Partnern.

Als dem syrischen Präsidenten von westlicher Seite der Einsatz von Giftgas unterstellt wurde, drohte US-Präsident Obama mit dem militärischen Eingreifen der USA. Durch das geschickte Verhandeln Russlands konnte diese Verschärfung des Konfliktes abgewendet werden, denn Assad stimmte der amerikanischen Forderung nach vollständiger Vernichtung der syrischen Chemiewaffen unter internationaler Aufsicht zu. Ein massiverer Einsatz von US-Militär wurde abgesagt. Damit zerstoben die letzten Hoffnungen der Rebellen und der Türkei auf stärkere militärische Unterstützung durch die USA.

Enttäuscht vom US-amerikanischen Taktieren schlossen sich mehrere Milizen und dschihadistische Kampfgruppen, die bisher von den USA unterstützt worden waren, zum Islamischen Staat zusammen. Dieser aber wandte sich nicht weiter gegen Assad, sondern gegen den Irak. Dessen Armee war trotz ihrer zahlenmäßigen und waffentechnischen Überlegenheit nicht zu kämpfen bereit. Mossul fiel kampflos in die Hände des IS.

In den irakischen Stammesgebieten war die Verärgerung über die Untätigkeit und Korruption der Regierung, aber auch über das Regime der irakischen Armee mittlerweile so groß geworden, dass dem IS auch vonseiten der Bevölkerung wenig Widerstand entgegengesetzt wurde. Nur unter erheblichem Kraftaufwand und mit iranischer Unterstützung konnte er erst kurz vor Bagdad gestoppt werden.

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