Der Weltuntergangs-Plan

25-08-18 10:37:00,

Fürsprecher wie Albert Einstein, Eugen Drewermann, die Internationalen Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges sind bekannt. Weniger bekannt ist der Beitrag von Gustav Heinemann zu dieser Thematik.

Der ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann argumentierte in der Debatte über die von Adenauer und Strauß in den 1950er-Jahren beabsichtigte nukleare Ausrüstung der deutschen Armee – die er als „sogenannte Waffen“ bezeichnete –im Bundestag am 25. März 1958:

„Was das Rechtliche anlangt, so wird Ihnen nicht unbekannt sein, daß das Völkerrecht wenigstens zwei Grenzen in der Handhabung des Krieges setzt. (Zuruf von der CDU/CSU: Auch die Russen?) Erlaubt ist keinesfalls Gewalt gegen Nichtkombattanten, und die Kriegsmittel sind begrenzt. Ich erinnere daran, daß z. B. in der Haager Landkriegsordnung von 1907 der Satz steht: Die Kriegführenden haben kein unbeschränktes Recht in der Wahl der Mittel zur Schädigungdes Feindes. Ich erinnere daran, daß das Genfer Protokoll von 1925 – auch mit deutscher Beteiligung – Ähnliches sagt. Die neuen sogenannten Waffen sind die prinzipielle Außerkraftsetzung allen Kriegsrechts, sind das Ende aller Errungenschaften abendländischer Kultur.“(2)

Er schlussfolgerte, dass hier Recht zu Unrecht wird, und damit wird Befehlsverweigerung in diesem Kontext zur Pflicht:

*„In Artikel 25 unseres Grundgesetzes steht, daß die allgemeinen Regeln des Völkerrechts Bestandteil des Bundesrechts sind, es steht darin, daß die allgemeinen Regeln des Völkerrechts den Gesetzen der Bundesrepublik vorgehen, daß sie unmittelbare Rechte und Pflichten für die Bewohner des Bundesgebietes erzeugen! Bitte, verübeln Sie mir nicht, daß ich auf diese Rechtslage aufmerksam mache. Eigentlich müßten Sie das ja tun. Sie bedeutet das Recht zurGehorsamsverweigerung, ja sogar die Pflicht zur Gehorsamsverweigerung, wenn es um Massenvernichtungsmittel geht.“ *

Er argumentierte dazu weiter:

„Massenvernichtungsmittel sind ja nach der Aussage auch vieler von Ihnen keine Waffen. (…) Herr Kiesinger, Sie haben es gerade im Südwestfunk wiederholt, indem Sie aussprachen: Atomwaffen sind qualitativ etwas anderes. Sie sprachen von Teufelsdingern. (Abg. Kiesinger: ‚Sehr richtig!‘)

Ich nenne die Atomwaffen Ungeziefervertilgungsmittel, bei denen diesmal der Mensch das Ungeziefer sein soll. (…) Es ist ja eben die Frage (…) ob irgendein Grund die Anwendung von Massenvernichtungsmitteln rechtfertigt. (…) Am vergangenen Sonntag hat der Berliner ProfessorHeinrich Vogel in Frankfurt auf der Kundgebunggegen den Satz ‚Lieber tot als Sklave‘ denSatz gestellt: ‚Lieber tot als Massenmörder‘. Das,verehrte Damen und Herren, ist es, worum es geht.“

Warum diese Worte bis heute ihre Relevanz haben: Die New York Times berichtete am 11.

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