Wer Krieg finanziert, wird Migration ernten

26-08-18 12:50:00,

Red. / 26. Aug 2018 –

Viele Migrantenströme in die USA haben diese selbst verursacht, führt ein US-Wissenschaftler aus.

Gemessen daran, was die USA zu den Ursachen der Migration beigetragen haben, sollten sie alle Migranten ins Land lassen, sagt ein prominenter US-Aktivist. Das sind ungewohnte Töne, nicht nur für die USA, und sie sind gut begründet. Man müsse sich auch mit den Ursachen der Emigration beschäftigen, sagt Khury Petersen-Smith, der sich für den Think Tank «Institute for Policy Studies» (IPS) in Washington mit Fragen von Souveränität, Militarisierung und Migration beschäftigt.

Viele drängende Probleme der Gegenwart hätten ihre Ursachen in der Vergangenheit, sagt der Geograf, der sich selbst als Aktivist bezeichnet. Die Probleme, die die USA mit der Migration haben, hätten sie sich oft selbst geschaffen. In einem Artikel im Nonprofit-Magazin «In These Times» und einem Online-Interview auf «The Real News» führt er zwei Beispiele an und wirft einen Blick auf den US-Verteidigungsetat.

Hausgemachte Bandenkriminalität

Es sind Argumente, die sich genauso gut in Bildern erzählen lassen: Bilder von kleinen Kindern, die an der US-Grenze von ihren Eltern getrennt werden zum Beispiel. Diese brachten die US-Öffentlichkeit immerhin dazu, die Trump-Administration zur Rücknahme eines Gesetzes zu bewegen.

Als Rechtfertigung der harten Migrationspolitik gegenüber Einwanderern aus Mittel- und Südamerika dient die Bekämpfung von Bandenkriminalität. Dahinter steht ein anderes Bild: das von stark tätowierten Street-Gangs hinter Gittern. Abgebildet sind meist Mitglieder von Trumps Lieblingsfeind, der Mara Salvatrucha, kurz MS-13, eine äusserst gewalttätige Organisation, deren Mitglieder aus mittel- und südamerikanischen Ländern stammen. Ein Problem, das sich die USA durch ihre Aussen- und Abschiebungspolitik selbst geschaffen haben.

Mara Salvatrucha (MS-13)

MS-13 ist eine schwerkriminelle Organisation, die wegen ihrer skrupellosen Mitglieder und brutalen Morde gefürchtet ist. Wer in ihren Einflussbereich gerät, riskiert sein Leben. Ihren eher harmlosen Ursprung hat sie im Schüler- und Jugendlichenmilieu und im Bürgerkrieg in El Salvador, in dem mit Unterstützung der USA viele Kriegsverbrechen begangen wurden. Flüchtlinge, die in die USA einwanderten, schlossen sich dort ebenfalls zu Banden zusammen – teils, um sich gegen andere zu verteidigen. Einige davon wurden zu gefürchteten Organisationen,

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