Mode-Food und Umweltkiller Avocado auf der Anklagebank – Die weltweite Debatte über Chiles Export-Plantagen, die den Armen das Wasser abgraben und Verwüstung erzeugen – www.NachDenkSeiten.de

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27. August 2018 um 8:28 Uhr | Verantwortlich:

Mode-Food und Umweltkiller Avocado auf der Anklagebank – Die weltweite Debatte über Chiles Export-Plantagen, die den Armen das Wasser abgraben und Verwüstung erzeugen

Veröffentlicht in: Länderberichte, Ressourcen, Umweltpolitik

Haben Sie schon einmal eine entkernte Avocado mit Schrimps und Sauce Rosée probiert? Wenn nicht, kann ich Ihnen den Leckerbissen nur dringend empfehlen. Doch versuchen Sie während Ihres Einkaufs erst einmal das Ursprungsland der Superfrucht zu erfahren, damit sie Ihnen mit dieser Vorgeschichte nicht unverhofft im Hals stecken bleibt. Von Frederico Füllgraf.

In Mexiko werden für die Anlage von Avocado-Plantagen ganze Wälder erbarmungslos und illegal abgeholzt, im ohnehin regenarmen Zentral- und Nordchile werden seltene Wasserquellen abgegraben und ganze Flüsse ausgetrocknet, wodurch tausende Kleinbauern dürsten und ihre Subsistenzwirtschaften durch chronischen Wassermangel vernichtet wird.

Zweifellos – Avocados besitzen vielfältige Nahrungs- und Gesundheitsvorzüge. Die ursprünglich aus dem Raum Mexiko und dem nördlichen Mittelamerika stammende, grüne Frucht ist wohlschmeckend und reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Sie ist deshalb ein Trendführer in der veganen Gastronomie und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Zwischen 2010 und 2016 stiegen allein die deutschen Einfuhren von 28.000 Tonnen auf 58.500 Tonnen auf mehr als das Doppelte.

Im mitteleuropäischen Einzelhandel gehört auch die bis zu 350 Gramm wiegende „Hass“-Sorte, mit brauner Schale, zu den häufig angebotenen Avocado-Importen. Doch bitte keine voreiligen Schlussfolgerungen! Gleichwohl die Avocado in der Wasser-Debatte als Fluch bezeichnet wird und den bewährten lateinischen Spruch – nomen est omen – verdienen könnte, ist der ekelumrankte Name kein Schicksalsschlag, sondern dem kalifornischen Postmann Rudolph Hass zu verdanken, der in seinem eigenen Garten auf die einzigartige und wildwüchsige Kreuzung stieß, die seit den 1930-er Jahren so nach ihm benannt und in Israel, Kalifornien, Mexiko, Chile und Spanien angebaut wird.

Ja, es gibt einen bemerkenswerten Weltmarkt für Avocados. Mit einem 5,6-prozentigen Anstieg im Jahr wuchs sich die Avocado-Produktion zwischen 2007 und 2016 weltweit auf circa 5,8 Millionen Tonnen und einen Umsatz von 13,8 Milliarden Dollar aus. Mit einem 50-prozentigen Anteil an Aufzucht und Export ist Mexiko Weltmarktführer des Avocado-Anbaus. Allein 2016 exportierten mexikanische Plantagenbesitzer 927.000 Tonnen, von denen 75 Prozent in die USA geliefert wurden. Nach Mexiko rangierten in den vergangenen Jahren Peru (194.000 Tonnen) und Chile (147.000 Tonnen) mit je 18 Prozent Weltmarktbeteiligung auf Platz zwei und drei unter den größten globalen Avocado-Anbietern.

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