Pentagon will wissenschaftliche Forschung durch KI-Systeme ersetzen

27-08-18 11:50:00,

Bild: pixabay.com/CC0

Die Darpa sucht nach Vorschlägen, wie KI-Systeme selbst Daten sammeln, Hypothesen entwicklen, Modelle erzeugen und überprüfen können – und das möglichst schnell

Während die einen hoffen, dass die Einführung von KI-Anwendungen in vielen Bereichen zwar Jobs auch für Akademiker kosten, dafür aber neue schaffen wird, warnen die anderen vor massiver Verdrängung menschlicher Arbeit, deren Wert in Konkurrenz mit KI-Systemen in vielen Bereichen noch weiter sinken wird. Wie andere Verteidigungsministerien auch setzt das Pentagon auf schnelle Entwicklung und Verwendung von militärischen KI-Systemen. Man sieht sich vor allem in Konkurrenz mit China, aber auch mit Russland.

In dem technischen Wettrennen hat nun die Darpa, die Forschungsbehörde des Pentagon, die nach dem Sputnik-Schock 1959 gegründet wurde, um durch innovative Projekte die technische Überlegenheit der USA zu sichern, eine interessante Idee ausgebrütet. Sie soll die wissenschaftliche Innovation beschleunigen und könnte dazu dienen, auch gleich auf menschliche Wissenschaftler zu verzichten.

Es ist das erste Projekt des neuen KI-Erforschungsprogramms, das KI-Systeme der “Dritte Welle” schaffen soll, die die Grenzen des bestehenden Maschinenlernens und de regelbasierten KI-Systeme überwinden. Ganz allgemein geht es bei der Ausschreibung um Einreichungen von Vorschlägen, wie sich wissenschaftliche Entdeckungen und deren Anwendung automatisieren lassen.

Es gäbe bei der Erstellung von Computermodellen komplexer Systeme Probleme, notwendige Informationen von Experten einzuholen und in diese einzubauen, deswegen würden sie die Begrenzungen des Wissens und der Vorannahmen des Herstellers enthalten: “Zudem ist es selten, dass Wissenschaftler und Themenexperten gleichzeitig auch Programmierungsexperten sind, daher gehorchen die umgesetzten Modelle oft nicht den besten Praktiken von Softwareprogrammierern, wodurch sie Fehlern unterworfen sind und es schwierig, sie zu verifizieren oder zu verbessern, wenn neue Informationen entstehen.”

Fehler kommen also durch die Unvollkommenheit, Subjektivität und mangelnden Programmierkenntnissen der Wissenschaftler herein. Die gewünschten KI-Systeme sollen daher Wissenschaftler ausschließen und umfangreiche Modelle komplexer Systeme selbst bilden und aufrechterhalten, überdies sollen sie auch über diese nachdenken können, “indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse und Annahmen in den bestehenden Codes der Modelle herausarbeiten und interpretieren, neue Daten und Informationsquellen automatisch erkennen, nützliche Informationen herausholen, sie in die von Maschinen betreuten Expertenmodelle integrieren und diese auf robuste Weise ausführen”.

Letztlich geht es der Darpa um ein KI-System, das sich selbst Daten und Quellen sucht, nach nützlichen Informationen durchsucht und neue Modelle erstellt.

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