Digitaler Vegetarismus

28-08-18 09:57:00,

Immer mehr Menschen werden Vegetarier und begründen den Verzicht auf den Verzehr von Fleisch meistens in zweierlei Weise: mit dem Schutz der Tierrechte und dem Kampf gegen die Umweltschäden der Quältierhaltung, die weitgeend immer noch verharmlosend als Massentierhaltung bezeichnet wird.

Dem Steak kann man leider nicht die Bedingungen ansehen, unter denen es entstanden ist. Gleiches gilt für die digitalen Geräte. Smartphones und Laptop werden gezielt attraktiv gestaltet, was auch in diesem Bereich einen Schlankheitswahn mit negativen Folgen für die Umwelt auslöste, über die vielleicht in einem weiteren Artikel berichtet werden wird. Die katastrophalen Bedingungen, unter denen die Rohstoffe gewonnen, die digitalen Geräte hergestellt und entsorgt werden, sind vollständig hinter einer glänzenden Oberfläche verschwunden.

In diesem Artikel blicken wir hinter die Fassade des ersten Arbeitsschrittes: die Gewinnung der für die Herstellung (1) notwendigen Rohstoffe. Dabei kommt es zu massiven Verletzungen von Menschenrechten und gravierenden Umweltschäden.

Ich kann Ihnen aber schon jetzt versichern, dass wir diese auch an jeder weiteren Stelle des Lebenszyklus eines digitalen Gerätes wiederfinden werden (2).

Dazu später mehr in weiteren Artikeln.

Die Arbeitsverhältnisse (3), unter denen dort die Rohstoffe gewonnen werden, sind oftmals äußerst prekär, häufig erfolgt die Arbeit durch Sklaven – unter anderem in den Formen erzwungener Sklavenarbeit, Schuldknechtschaft oder Leibeigenschaft.

Leib und Leben sind oftmals bedroht, besonders gefährdet sind Frauen, sexueller Missbrauch ist an der Tagesordnung, und Kinder, deren Gesundheit insbesondere durch die Arbeit unter Tage ruiniert wird.

Allerdings ist die Arbeit unter diesen Umständen oftmals der einzige Weg, um das eigene Überleben zu sichern. Dies erschwert eine Veränderung der Verhältnisse zusätzlich.

Derartige Zustände herrschen insbesondere dort, wo der Verkauf der Rohstoffe – sogenannter Konfliktmineralien – der Finanzierung von Kriegen dient. Dies ist keineswegs nur in der Demokratischen Republik Kongo der Fall; der internationale Handel mit Mineralien, Edelsteinen und anderen Rohstoffen finanziert etwa in Afghanistan, Burma, der Zentralafrikanischen Republik, Kolumbien oder Zimbabwe illegale bewaffnete Gruppierungen.

Es gibt Initiativen, wie etwa Gesetzesvorhaben in den Vereinigten Staaten von Amerika und in der Europäischen Union, durch die die Hersteller verpflichtet werden sollen, keine Konfliktmineralien zu verwenden. Da es meistens aber äußerst schwierig ist, die Herkunft der Mineralien bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen, ist die Umsetzung beziehungsweise die Durchsetzung dieser Vorhaben nicht schnell möglich.

Für die Republik Kongo ist das gut dokumentiert.

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