Das falsche Leben

30-08-18 11:05:00,

Wenn viele Menschen traumatisiert sind, wenn viele von ihnen in Täter-Opfer-Dynamiken innerlich feststecken, werden auch die menschlichen Kollektive zu traumatisierten und traumatisierenden Gesellschaften. Woran kann man diese erkennen? Das ist ähnlich wie bei einem einzelnen Menschen, bei dem sich seine Traumatisierungen in Form von körperlichen und psychischen Symptomen sowie in seinen Trauma-Überlebensstrategien zeigen. Auch in den Gesellschaften drücken sich ihre Traumatisierungen anhand von massenhaft auftretenden negativen sozialen Symptomen aus sowie in den gesellschaftlich bevorzugten Überlebensstrategien, um mit diesen Symptomen umzugehen. Solche sozialen Symptome können u.a. sein:

  • Hohe Raten von Abtreibungen, viele frühe Schwangerschaften bei jugendlichen Müttern,
  • viele Frauen, die ungewollt Mutter werden und zu viele Kinder bekommen,
  • hohe Raten von Geburtskomplikationen, die mit schweren körperlichen und psychischen Verletzungen für Mütter und Neugeborene verbunden sind (Zangen-, Vakuum-, »Kaiser«schnitt-Geburten),
  • geringe Anzahl stillender Mütter,
  • hoher Prozentsatz von Babys, die zu früh und zu lange von ihren Müttern getrennt werden (Kinderkrippen, Weggeben der Neugeborenen zu den Großeltern, ältere Geschwister, die sich wie Eltern um die jüngeren Geschwister kümmern müssen),
  • frühe Verwahrlosung von vielen Kleinkindern mit psychosomatischen Erkrankungsfolgen (z.B. langes Bettnässen, Ohren-, Hals- und Hauterkrankungen),
  • sehr viele alleinerziehende Mütter,
  • hohe Fallzahlen von sexueller Traumatisierung von Babys, Klein-, Vorschul- und Schulkindern,
  • schulischer Konkurrenzdruck mit hohen Raten von »Schulversagern«, mit Folgen wie »Depressivität«, »Hyperaktivität« oder »Mobbing« bei den Schülern,
  • hoher Druck auf die Eltern, Familien- und Arbeitsleben in einer Konkurrenzökonomie zu »vereinbaren«,
  • Ausbeutung und Lohn-Sklaverei,
  • hohe Arbeitslosigkeitsquoten bei der arbeitsfähigen Bevölke-rung,
  • weitverbreitete Geldarmut in allen Lebensaltern,
  • keine Altersabsicherung oder niedrige Renten für einen Groß-teil der arbeitenden Menschen,
  • hohe Verbrechensraten (Diebstähle, Einbrüche, Betrügereien, Morde) und viele Menschen, die nach Gefängnisstrafen oft noch stärker psychisch gestört sind als zuvor,
  • Gewalt- und Actionfilme auf allen Medienkanälen, gewaltverherrlichende Computerspiele,
  • allgegenwärtige Pornographie und Prostitution mit den dazu-gehörigen kriminellen Milieus,
  • weitverbreiteter Suchtmittelkonsum und süchtiges Verhalten in verschiedenster Form (Medikamente, Alkohol, Heroin, Kokain, Designer-Drogen, Spiel-, Kauf-, Arbeits-, Fress- oder Beziehungssucht),
  • hohe Raten chronifizierten körperlichen Leidens und ein Gesundheitssystem, das dafür keine effektiven Heilbehandlungen anbieten kann,
  • hohe Raten von Menschen mit chronifizierten psychischen Auffälligkeiten, die durch das Psychiatrie- und Psychotherapie-System nicht geheilt, sondern nur verwaltet werden (»Drehtür-Psychiatrie«),
  • hohe Selbstmordraten,

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