Das Monopoly-Experiment zeigt, dass Reichtum die Menschen unsozial und gierig macht

03-09-18 12:27:00,

Was machen große Vermögen aus Menschen? Wie wirken sich Reichtum und Privilegien auf unseren Charakter aus? Um das herauszufinden, hat der Sozialpsychologe Paul Pfiff 2013 ein Experiment durchgeführt: Er ließ Menschen Monopoly spielen, aber unter unterschiedlichen Bedingungen. Das Ergebnis: „Reiche“ Spieler haben schnell eine gehässige und gierige Seite nach außen gekehrt.

2013 haben Paul Piff und sein Team 100 Paare per Zufall ausgewählt und an die Universität Berkely geladen. Er ließ sie gegeneinander Monopoly spielen. In einem Vortrag hat er die Regeln für das Experiment erklärt:

Die reichen Spieler haben doppelt so viel Geld bekommen. Beim Zug über ‚Los!’ haben sie das doppelte Gehalt erhalten und sie durften anstatt einem alle beide Würfel nutzen, so dass sie viel mehr Spielzüge machen konnten.“ (Paul Piff über die Spielregeln des Monopoly-Experiments)

Somit haben sich zwei ungleiche Ausgangspositionen ergeben: arm und reich. Für den Spielerfolg waren Fähigkeit, Talent und Glück irrelevant. Die armen Spieler hatten keine Chance aufzuholen und annähernd so viel Geld zu machen, unabhängig davon, wie gut ihre Spielzüge waren. Während des Spiels haben Piff und sein Team das Verhalten der Spieler beobachtet.

Spieler stellen ihren Reichtum zur Schau

Zu Beginn waren die reichen Spieler noch zurückhaltend. Doch schon nach kurzer Zeit fühlten sie sich beflügelt. Sie hatten scheinbar vergessen, dass ihre Spiel-Privilegien sie zu Gewinnern machten und nicht ihre Spiel-Leistung.

Laut Piff haben die reichen Spieler begonnen, ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Sie haben laut ihr Geld gezählt oder haben betont langsam ihre Züge gespielt:

Der reiche Spieler begann sich lauter auf dem Brett zu bewegen und während der Züge regelrecht mit seiner Spielfigur auf das Spielbrett einzuhämmern. Unter den reichen Spielern war dominantes Verhalten häufiger, sie legten Machtgehabe an den Tag und jubelten öfter.“ (Paul Piff, Sozialpsychologe)

Auf dem Tisch hatten die Wissenschaftler eine Schüssel mit Salzbrezeln platziert. Ihre Beobachtung: Die reichen Spieler haben sich großzügig bedient während sich die anderen zurückgehalten haben.

Bei den Reichen wird der Ton rauer

Im weiteren Spielverlauf wurden die reichen Spieler sogar unhöflicher gegenüber ihren Spielpartnern. Sie haben sich über die schlechtere Situation des anderen lustig gemacht und mit ihren Reichtum angegeben. „Bald geht dir das Geld aus! Ich bin an diesem Punkt fast unantastbar“,

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