Angriffe aus der Dunkelheit

04-09-18 09:27:00,

Stellen Sie sich vor, Sie werden in der Wikipedia verunglimpft. Nicht brachial, aber subtil. Sie könnten zum Beispiel Gabriele Krone-Schmalz heißen. Sie finden im einzig verbliebenen (Schein-)Lexikon einen Artikel über sich selbst – und beim Lesen desselben müssen sie sich erst einmal setzen.

Sie haben Bücher über Russland geschrieben, so weit so richtig in der Wikipedia. Aber die Editoren des Nachschlagewerks suchen zu allen Ihren Büchern stets die negativen Rezensionen heraus, die nichts Gutes über Ihre Bücher und Sie selbst zu berichten haben. Sowas gibt es nicht? Sie glauben das alles nicht?

Na dann lesen Sie sich doch einfach mal den Artikel über Gabriele Krone-Schmalz bei Wikipedia durch (1), oder sehen Sie sich die Sendung „Geschichten aus Wikihausen“, Folge 3, auf YouTube an (2). Darin wird dieser Rufmordkampagne im Detail auf den Grund gegangen. In den inzwischen entstandenen neun Folgen der Serie wird allerlei Groteskes aus den Tiefen der Wikipedia an das Tageslicht befördert.

Sie wundern sich? Wo ist denn das Problem? Man kann doch bei Verstößen gegen das Persönlichkeitsrecht die Schmierfinken verklagen! Wir leben doch in einem Rechtsstaat! Ja, Träumereien sind was sehr Schönes …

Das Problem ist, dass die allermeisten Wikipedianer anonym auftreten. Sie als Betroffener können nicht erkennen, wer Sie da unter dem Vorwand enzyklopädischer Genauigkeit in die Pfanne haut.

Auch können Sie die deutsche „Wikimedia“ nicht hierzulande verklagen – so ist derzeit die Rechtslage. Diese Wikimedia ist hauptsächlich die Instanz, die Geld für die Wikipedia einwirbt. Sie hat sehr wenig bis nichts mit der Masse der Benutzer der Wikipedia zu tun, außer dass diese ab und an ein paar Euro zugeschoben bekommen, damit sie sich zum Beispiel eine Fotoausrüstung oder eine Bahnfahrt für ihre emsige Arbeit in der Wikipedia leisten können. So lautet zumindest – in etwa – die öffentliche Darstellung.

Ja, was nun? Sie können natürlich Ihre Probleme direkt an die Wikimedia-Stiftung, die Betreiberin der Wikipedia, herantragen und diese nötigenfalls verklagen. Dumm nur, dass diese in Kalifornien in den USA residiert. Verklagen Sie die Stiftung doch einfach mal nach amerikanischem Recht. Viel Spaß!

Sie könnten natürlich versuchen herauszufinden, wer die Schreiber sind, die Sie in der Wikipedia verunglimpfen, und diese dann direkt zur Verantwortung ziehen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich. In den vorangegangenen Filmen „Zensur“ (3) und „Die dunkle Seite der Wikipedia“ (4) wurden bereits einige Klarnamen veröffentlicht.

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