Emerging Markets: Implodierende Währungen als weiterer Prozessschritt für den geplanten “Neuanfang” | www.konjunktion.info

04-09-18 11:01:00,

Viele warten wie das Kaninchen vor der Schlange, auf den einen, großen Knall, der das bestehende System hinweg fegt. Dass dieser große Knall kein Einzelereignis sein wird, habe ich in zahlreichen Artikeln beschrieben. Vielmehr wird das System in einem schleichenden, fast nicht wahrnehmbaren Prozess zu Fall gebracht – hier und dort einmal ein größeres Ereignis eingestreut, das selbst die Hochleistungspresse nicht mehr ignorieren kann.

In diese “Prozesskette” gehört für mich auch der aktuell stattfindende Zusammenbruch verschiedener Währungen in Argentinien, Brasilien, Indien, der Türkei und weiteren sogenannten Emerging Markets, wobei die jeweiligen Zentralbanken des Landes verzweifelt versuchen zu intervenieren. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und daher hofft man in den bankrotten Staaten des Westens, dass es zu keiner Ansteckung in den USA und in Europa kommt. Aber in meinen Augen erleben wir hier den gezielten Einsatz von platzenden Krediten (die von Argentinien und Co., die nicht mehr zurück gezahlt werden können), um mittels der Interdependenzen im Finanzsystem das komplette System weiter zu schwächen.

Im letzten Jahrzehnt haben nicht nur die westlichen Staaten enorme Schulden aufgebaut – auch die Emerging Markets sind inzwischen so hoch verschuldet wie niemals zuvor. Dabei ist ein Großteil dieser Kredite in US-Dollar denominiert. Wenn also die eigene Währung kollabiert, wird es fast unmöglich die Schulden in US-Dollar zu bedienen bzw. zurück zu führen. Das wiederum bedeutet enorme Verluste für die internationalen Kreditgeber. Unser Schuldgeldsystem kann aber nur solange “funktionieren”, solange jeder seine Schulden und Zinsen bezahlt und  es entsprechende Nachschuldner gibt. Sobald aber die Dominosteine zu fallen beginnen, kann es auch für den “Rest” ganz schnell gehen.

Schauen wir auf ein paar dieser Emerging Markets.

Beispielsweise Indien. Obwohl Indien im Verhältnis zu den anderen eingangs genannten Staaten noch gut da steht, besteht die Gefahr, dass sich die Lage in Indien schnell verschärft. So hat in der letzten Woche eine Meldung über steigende Erdölpreise die indische Rupie auf ein Allzeittief geschickt:

Die indische Rupie fiel am Donnerstagmorgen auf ein Rekordtief, nachdem das ganze Jahr über ein rückläufiger Trend zu verzeichnen war – was Ökonomen auf steigende Ölpreise, breitere Sorgen um die Schwellenländer und eine starke Dollarnachfrage am Monatsende zurückführten.

Gegenüber dem Dollar fiel er auf 70,8100,

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