John McCain: Heiligsprechung eines Kriegsverbrechers | KenFM.de

04-09-18 04:01:00,

Der berühmte Santiago de Compostela, nach dem die Pilgerstadt in Galizien benannt ist, wurde vom Papst heiliggesprochen, nachdem er während der Reconquista über 1.000 Mauren die Köpfe abgeschlagen haben soll. Rainer Rupp erinnert das irgendwie an John McCain.

Meinung von Rainer Rupp.

Auch in Deutschland haben Politik und Medien des toten US-Senators John McCain in Ehrfurcht und Bewunderung gedacht. Für das einst kritische Nachrichtenmagazin Der Spiegel titelte ein Marc Pitzkewar:

„John McCain. Der letzte Held“

Für das Springer-Blatt Die Welt beschwor ein Clemens Wergin „McCains Vermächtnis“, dass „die Politik dringend wieder Anstand“ brauche. Angeblich wurde dieser Anstand personifiziert von dem „Kriegshelden und Parteirebellen“, wie EuroNews McCain lobhudelte.

Auch das als deutscher Außenminister verkleidete NATO-Strichmännchen hat versprochen, „die Stimme des US-Senators John McCain in Erinnerung zu behalten“. In seiner Twitter-Meldung anlässlich des Todes von McCain hieß es: „Er stand für ein Amerika, das ein verlässlicher und enger Partner ist, das aus Stärke Verantwortung für andere übernimmt und auch in schwierigen Momenten zu seinen Werten und Prinzipien steht. Wir werden seine Stimme in Erinnerung behalten.“

Passend dazu gibt es jetzt Meldungen, dass das neue, fast eine Milliarden Euro teure NATO- Hauptquartier in Brüssel nach John McCain benannt werden soll. Nur wenige Menschen hätten die Werte der NATO (der NordAtlantischen TerrorOrganisation) so gut verkörpert wie der verstorbene US-Senator, heißt es bei CNN unter Berufung auf europäische McCain-Bewunderer.

Nun heißt es schon bei den alten Römern: „De mortuis nihil nisi bene“, also „über die Toten soll man nichts oder nur Gutes reden“. Daher hätte der Autor dieser Zeilen am liebsten gar nichts über McCain geschrieben. Denn wenn man eine humanistische Messlatte zugrunde legt – mal ganz abgesehen von einer marxistischen – dann gibt es selbst bei größter Anstrengung nichts Gutes über McCain zu berichten. Da aber nun die Vertreter der westlichen Unwertegemeinschaft, bestens verkörpert durch die NATO, so viele Lobpreisungen über McCain ausgeschüttet haben, muss eine Gegendarstellung her, die den toten US-Senator ins rechte Licht rückt.

Das wahre Gesicht von McCain ist das eines vielfachen Kriegsverbrechers und Schreibtischtäters, eines korrupten Politikers am Finanztropf eines US-Rüstungskonzerns, eines wortgewaltigen Unterstützers von islamistischen Halsabschneidern in Syrien und von faschistischen Kampfgruppen in der Ukraine – um nur einige der vom ihm als „Freiheitskämpfer“ gefeierten Terroristen zu nennen.

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