Nach dem Mord an Sachartschenko rückt das Minsk-Abkommen in weite Ferne

04-09-18 12:16:00,

Restaurant “Separ” im Zentrum von Donezk nach dem Anschlag. Bild: Sputnik

Zehntausende nahmen am Sonntag in Donezk von dem ermordeten Aleksandr Sachartschenko Abschied. Moskau hofft, dass die USA auf Kiew disziplinierend wirken

Die Anteilnahme der Menschen in Donezk war groß. Zweihunderttausend sollen nach offiziellen Angaben am Sonntag an dem Sarg von Präsident Aleksandr Sachartschenko – Präsident der Volksrepublik Donezk (DNR) – Abschied genommen haben. Viele kamen mit roten Nelken und Rosen und legten sie am Sarg nieder. Sachartschenko fiel am Freitagabend einem Bombenanschlag zum Opfer, bei dem auch sein Leibwächter starb und ingesamt 11 Personen verletzt wurden (Moskau will “Situation analysieren”).

Als der Sarg aus dem Opern-Theater getragen wurde, riefen die Menschen “Danke! Danke!” und applaudierten. Ein Mann sagte dem Fernsehkanal Rossiya 24, er verehre Sachartschenko, weil dieser sich auch um einfache Leute wie ihn gekümmert habe. Er habe sich mit einem persönlichen Problem an den Präsidenten wenden können und ihm sei geholfen worden. Eine ältere Frau sagte: “Er war ein großer Mensch, ein Gründer. Wir nannten ihn Vater der Stadt Donezk. Was werden wir ohne ihn machen?” Eine Frau mittleren Alters meinte: “Er war ein Optimist, er hat neues Leben geschaffen.”

Der Berater des Ermordeten, Aleksandr Kasakow, erklärte in einem Interview: “In normalen Ländern scheitern die Pläne von Terroristen. Statt Chaos, das sie stiften wollen, konsolidiert sich die Gesellschaft.” Mit dem Anschlag auf Sachartschenko habe Kiew einen Fehler gemacht: “Sie schufen ein Symbol.” Die Soldaten der DNR-würden nun mit noch mehr Mut kämpfen.

Aleksandr Sachartschenko und Dmitri Trapesnikow legen am 30. August Blumen nieder am Denkmal des verstorbenen Saengers Josif Kobson. Screenshot: dnr-online.ru

Alekandr Sachartschenko war Sohn eines Bergmanns. Er wurde 42 Jahre alt. Der Ermordete arbeitete als Elektromechaniker in einem Bergwerk. Mitte der 2000er Jahre leitete er in Donezk ein Handelshaus. Im April 2014 – zwei Monate nach dem Staatsstreich in Kiew – beteiligte er sich an der Besetzung der Stadtverwaltung von Donezk. Im November 2014 wurde Sachartschenko mit 765.000 Stimmen zum Oberhaupt der “Volksrepublik Donezk” gewählt.

Als der DNR-Präsident am späten Nachmittag des 31. August das Restaurant “Separ” ( Kurzform von “Separatist”) im Zentrum von Donezk betrat,

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