Retten wir den Wald!

04-09-18 09:29:00,

Der Hambacher Forst ist einer der ältesten Wälder Europas. Seit 12.000 Jahren entsteht dort ein lebendiges Ökosystem. Dieses wird schon seit Jahren bedroht, denn der Wald steht auf einem großen Braunkohlefeld im Rheinland, das derzeit von RWE abgebaut und in Kraftwerken verfeuert wird. Trotz Klimawandel und Kohleausstieg fährt RWE auch in diesem Jahr mit dieser Praxis fort. Dazu muss, wie schon in den vorigen Jahren, der Wald gerodet werden. Die letzten 100 Hektar, die noch stehen, sollen in diesem Herbst fallen, wenn es nach dem Willen des Konzerns ginge.

Glücklicherweise ist der Wald schon seit 2012 von Aktivisten besetzt, die schon in der Vergangenheit Rodungen erfolgreich blockiert haben. Sie erschweren Rodungsarbeiten schon allein dadurch, dass sie in dem Wald Baumhausdörfer errichtet haben, in denen sie leben. Unterstützt werden diese durch ein Wiesencamp, das direkt an den Wald grenzt. Dort ist in den vergangenen Jahren eine feste Struktur entstanden, die es den Aktivisten ermöglicht, dauerhaft im Wald und auf der Wiese zu leben, nicht zuletzt durch solidarische Unterstützung von außen.

Den Aktivisten geht es dabei um den Erhalt des Waldes, um Klimagerechtigkeit und einen schnellen Ausstieg aus der Kohleenergie sowie um den Aufbau eines nachhaltigen Wirtschaftssystems. Sie errichten Blockaden im Wald, sodass Rodungsfahrzeuge nicht passieren können, oder besetzen einfach die hoch in den Baumwipfel errichteten Baumhäuser, sodass die betroffenen Bäume nicht gefällt werden dürfen. Umständliche Räumungsaktionen durch die Polizei verzögern somit jede Rodung.

Immer wieder kommt es dabei zu Verhaftungen von Aktivisten, die teilweise monatelang ohne Anklage in Untersuchungshaft sitzen, und das in Deutschland, einem Land, das sich selbst als Rechtsstaat bezeichnet.

Unterstützt werden die Aktivisten durch solidarische Aktionen wie die Errichtung von zeitlich begrenzten Klimacamps von Initiativen wie „Ende Gelände“, „AusgeCO2hlt“ oder „unten lassen“. Zahlreiche Menschen strömen jährlich ins rheinische Braunkohlerevier, um ihrer Unterstützung der Besetzung und ihrer Ablehnung des zerstörerischen Braunkohleabbaus Ausdruck zu verleihen.

Der Wald ist ein Kristallisationspunkt des Widerstandes gegen Braunkohle, den Klimawandel und eine ihn anheizende Wirtschaftsordnung hier in Deutschland. Er ist eine der zahlreichen Fronten, an denen gegen ein zerstörerisches, repressives System gekämpft wird, und gerade weil hier aktiv Sand in das Getriebe gestreut wird, ist diese Besetzung nicht nur wichtig, sie ist der kapitalistischen Ordnung auch ein Dorn im Auge.

Solidarität mit dem Hambacher Forst steht nicht für die Solidarität mit „ein paar autonomen Spinnern“,

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