Five Eyes: Geheimdienste wollen Backdoors in Sicherheits- und Kryptographieprodukten | www.konjunktion.info

05-09-18 08:43:00,

Five Eyes - Bildquelle: Wikipedia / Applysense; gemeinfreiFive Eyes - Bildquelle: Wikipedia / Applysense; gemeinfrei

Five Eyes – Bildquelle: Wikipedia / Applysense; gemeinfrei

Die fünf Regierungen von Australien, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und den USA arbeiten seit Jahrzehnten geheimdienstlich eng zusammen. Insbesondere bei der Überwachung und Kontrolle der weltweiten Datenströme und Kommunikation tauschen sich die als Five Eyes bezeichneten Staaten, wie wir nicht erst seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen, aus. Nun haben diese Länder bekannt gegeben, dass sie Verschlüsselungstechnologieanbieter dazu zwingen wollen, dass ihnen diese einen legalen Zugang zur verschlüsselten Kommunikation ihrer Kunden ermöglichen.

Bei einem Treffen in der vergangenen Woche an der australischen Gold Coast machten Offizielle aus dem Sicherheits- und Immigrationsbehörden mehrere Vorschläge wie man Terrorismus und Verbrechen bekämpfen wolle – mit einem Hauptaugenmerk auf die Zukunft der Verschlüsselungstechnologien im Internet.

Bereits Snowden hatte 2013 enthüllt, dass sich die Five Eyes in 50.000 verschiedene Netzwerke gehackt hatten und dort ihre Schnüffelsoftware installierten. Unter Federführung des US-Spionagegeheimdienstes NSA bzw. einem NSA-Team mit dem Namen Tailored Access Operations (TAO, Operationen mit maßgeschneidertem Zugang) wurde die Software entwickelt, um Router, Switches und Firewalls zu kompromittieren und somit das ganze Netzwerk überwachen zu können.

Die gleichen Länder wollen nun alles daran setzen, dass sie “Kommunikations- und Informationsprovider (aka Mailprovider) freiwillig dazu bringen, dass diese legale Zugangslösungen in ihren Produkten einbauen”. Dies soll alle Produkte und Dienstleistungen betreffen, die in den fünf Ländern angeboten werden.

“Sollten Regierungen weiterhin auf Hindernisse für den legalen Zugang zu Informationen stoßen, die notwendig sind, um den Schutz der Bürger unserer Länder zu unterstützen, können wir technologische, umsetzungs- und gesetzgeberische oder andere Maßnahmen ergreifen, um legale Zugangslösungen zu erreichen”, so die gemeinsame Erklärung der Five Eyes zur Verschlüsselung.

(“Should governments continue to encounter impediments to lawful access to information necessary to aid the protection of the citizens of our countries, we may pursue technological, enforcement, legislative or other measures to achieve lawful access solutions,” the Five-Eyes joint statement on encryption said.)

Sollten die entsprechenden Gesetze kommen, wird es damit ganz legal möglich, sogenannte Backdoors in Anwendungen und Services einzubauen, um die Kommunikation abzufangen und an die Behörden zu übermitteln. Experten aus dem Bereich Kryptographie und Sicherheit haben seit Jahren weltweit davor gewarnt,

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