Tagesdosis 5.9.2018 – Das Navi der traumatisierten Gesellschaft | KenFM.de

05-09-18 01:12:00,

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Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Was in Chemnitz geschah, ist nun schon über eine Woche her. Politische Gruppierungen huldigten ihren politischen Doktrinen. Denn eines, dass wissen alle politische Strömungen immer, wenn es um die politische Wurst geht: Erkenne Deinen Feind, beschütze Deinesgleichen und provoziere den Feind. Wenn er sich wie ein Feind benimmt, dann gehe gegen ihn vor, wir kommen nach. Überall witterte man rechte Gesinnung. Nur die Antifa und die Linksextremen waren natürlich im Recht. Antideutsche Musiker traten auf, deren Fans wurden mit Bussen angekarrt. Bürgerliche eher der Mitte zuzuordnende Menschenmassen wurden den paar echten Rechten gleich und sofort zugeordnet. Denn eines ist gewiss: Erkennen den Feind! So hast du das volle Recht, die Legitimität der eigenen Gruppe zu verifizieren.

Bindung und Trennung

Ja, es geht schlichtweg immer nur um den, der anders ist. Innerkulturelle Verfeindungen gibt es in allen Kulturen. Sie hetzen sich gegenseitig auf, stacheln einander an und bekämpfen sich. Das alles gehört zum guten politischen Ton. Nicht alle Menschen, die sich irgendeinem politischen Spektrum zugehörig fühlen, sind auch gleich die extremen Ränder, die ihre politische Doktrinen bestimmen. Doch solche Angebote, wie die, die in Chemnitz für politische Wahrheiten hergehalten haben, werden stets missbraucht. Zuerst von den Diensten, dann von den Medien und dann von den Parteien, die die Regierung bilden. Herrsche und Teile betrifft uns alle, nicht bloß, wenn wir von anderen Gebieten, anderen Ländern und Menschen hören. Es betrifft uns auch hier.

Jetzt wird sich wieder einmal distanziert, es wird deabonniert, es werden die Fronten verhärtet und in Gruppenbindung investiert. Vielleicht wurden rechte Parolen fingiert und linkes Steinewerfen ebenfalls? Wer könnte das Trennende fördern und das Bindende zerstören? Aus welchem Grund? Kommt das denn niemanden bekannt vor? Warum kann man das mit uns so leicht machen? Warum folgen wir nie den Bindungskräften? Warum jedoch immer den Trennungskräften? Was ist der Grund? Sind wir alle wirklich so uneins? Sind wir so selbstzerstörerisch? Ich glaube nicht. Warum wirkt das völlig abgenutzte rechte Stigma noch immer so stark, obwohl rechts zu sein nicht gleichbedeutend ist mit Fascho zu sein.

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