Der Anschlag

06-09-18 10:03:00,

Der Präsident der „Volksrepublik Donezk“ (DNR) starb am Freitagabend infolge eines Bomben-Anschlags auf dem Weg ins Krankenhaus. Auch ein Leibwächter des Präsidenten starb, zwölf Personen wurden verletzt

Als der Sarg mit dem Leichnam des Präsidenten aus dem Opern-Theater getragen wurde, riefen die Menschen „Danke! Danke!“ und applaudierten. Ein Mann sagte dem Fernsehkanal Rossiya 24, er verehre Sachartschenko, weil der sich auch um einfache Leute wie ihn gekümmert habe. Er habe sich mit einem persönlichen Problem an den Präsidenten wenden können und ihm sei geholfen worden. Eine ältere Frau sagte: „Er war ein großer Mensch, ein Gründer. Wir nannten ihn Vater der Stadt Donezk. Was werden wir ohne ihn machen?“. Eine Frau mittleren Alters meinte: „Er war ein Optimist, er hat neues Leben geschaffen.“

Die offiziell angegebenen Teilnehmerzahlen der Trauerveranstaltung schwanken zwischen 120.000 und 200.000 Menschen. Sie kamen mit roten Nelken und Rosen, die sie am Sarg niederlegten. Immer wieder mussten Berge von Blumen weggetragen werden.

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Foto: Das Restaurant Separ vor dem Anschlag

Wie der Donezker Journalist Andrei Babitsky berichtete, nahmen an der Trauerveranstaltung am Sonntag auch Menschen teil, welche keine Anhänger von Sachartschenko waren. „Ein großer Teil der Menschen nahm teil, um Achtung vor dem Verstorbenen auszudrücken.“ Für einen Teil der Teilnehmer aber war die Trauerveranstaltung so etwas „wie ein Protest-Meeting.“

Werden die Bürger der Volksrepublik nach diesem Mord nun den Mut verlieren? Immerhin hat der Ermordete die Volksrepublik Donezk an führender Stelle mit aufgebaut. Aleksandr Kasakow, der Sachartschenko die letzten Jahre als Berater begleitete, meinte in einem Interview: „In normalen Ländern scheitern die Pläne von Terroristen. Statt Chaos, das sie stiften wollen, konsolidiert sich die Gesellschaft.“ Mit dem Anschlag auf Sachartschenko habe Kiew einen Fehler gemacht. „Sie schufen ein Symbol.“ Die Soldaten der DNR würden nun mit noch mehr Mut kämpfen.

Aleksandr Sachartschenko war Sohn eines Bergmanns. Er wurde 42 Jahre alt. Der Ermordete arbeitete als Elektromechaniker in einem Bergwerk. Mitte der 2000er Jahre leitete er in Donezk ein Handelshaus. Im April 2014 – zwei Monate nach dem Staatsstreich in Kiew – beteiligte er sich an der Besetzung der Stadtverwaltung von Donezk. Im November 2014 wurde Sachartschenko mit 765.000 Stimmen zum Oberhaupt der Volksrepublik Donezk gewählt.

Als der DNR-Präsident am späten Nachmittag des 31.

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