Glyphosat im Weinbau?

08-09-18 09:51:00,

Rollhacke und Fingerhacke im Frontanbau an einem Traktor. Bild: Baehr-Landmaschinen.de

Das Herbizid des kürzlich von Bayer übernommenen US-amerikanischen Konzerns Monsanto steht aktuell wieder unter dem Verdacht, nicht nur für ungewünschten Bewuchs gefährlich zu sein, sondern auch für den Menschen. Dabei sind die Alternativen auch nicht problemfrei.

Wer in diesen Jahren während der Vegetationsperiode durch einen Weinberg läuft, ist manchmal durch einen schwefeligen Geruch irritiert und vermutet, dass der Weinbauer seinen Reben mit Chemie auf die Sprünge geholfen hat. In früheren Zeiten war dieser Geruch nicht bekannt. Es handelt sich dabei jedoch nicht um Glyphosat, denn dieses ist geruchlos. Die üblen Gerüche sind das Ergebnis der Abwehr einer ziemlich unerwünschten Globalisierungsfolge. Im Jahre 2011 wurde mit der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) in Deutschland ein Migrant aus Asien festgestellt, der anders als die hierzulande heimische Essigfliege, die auch unter dem Namen Fruchtfliege oder Gärfliege bekannt ist, seine Eier nicht in faulende Früchte setzt, sondern in gesunde.

Zu diesem Zweck besitzt das Weibchen der Kirschessigfliege einen gezähnten Eiablageapparat, mit dem es dünnschalige Früchte wie Weintrauben aufritzt und dann seine Eier in die Frucht legt. Die kurze Generationenfolge der Kirschessigfliege macht ihre Bekämpfung zunehmend schwieriger und kostenträchtiger. Statt Chemie bietet sich im Weinbau inzwischen auch eine rein mechanische Alternative zur Abwehr der Kirschessigfliege an. Durch ein rechtzeitiges vollständiges Einnetzen mit engmaschigen Netzen soll sich der asiatische Schädling sicher abwehren lassen.

Glyphosat gegen Unkraut?

Zur Beseitigung des Beikrautbewuchses im Weinberg wird im konventionellen Weinbau gerne auf einem etwa 20 Zentimeter breiten Streifen entlang des Unterstocks Glyphosat gespritzt. Da das Herbizid nur unterhalb der Beeren ausgebracht wird, ist für die Weintrauben keine Glyphosatbelastung nachweisbar. Der Weintrinker kann nach bislang vorliegenden Informationen sein Lieblingströpfchen auch weiterhin genießen, ohne Angst haben zu müssen, damit Glyphosat aufzunehmen, wie das bei Bier durchaus vorkommen kann, wenn auf dem Acker, auf dem die Braugerste angebaut wurde, Glyphosat ausgebracht wurde.

Der Vorteil der Nutzung von Herbiziden im Weinbau wird bislang speziell in Hanglagen darin gesehen, dass eine als Alternative mögliche stärkere Bodenbearbeitung zu vermehrter Erosion und stärkeren Nährstoffeinträgen in die Fließgewässer führen würde. Auch die vermehrten Treibhausgasemissionen, die durch eine maschinelle Bodenbearbeitung freigesetzt werden, wird häufig als Nachteil der mechanischen Beseitigung des Beikrautbewuchses im Unterstockbereich gesehen. Die Verfechter von Glyphosat führen auch an,

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