Mafia immer und überall

08-09-18 09:55:00,

Salif Guiebre. Foto: Jenny Perelli

  1. Mafia immer und überall

  2. “Jeder weiß, dass die Ausländer den Einheimischen nicht die Arbeit stehlen”


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Illegale Einwanderer in Italien und wie der Staat die Augen verschließt

Der 42-jährige Salif Guiebre ist ein illegaler Einwanderer aus Burkina Faso, der seit 8 Jahren in Italien lebt. Er ist Vater von zwei Kindern, 17 und 8 Jahre alt, die mit ihrer Mutter in der Heimat geblieben sind. Salif ist heute Gärtner und Tellerwäscher.

In einem sehr guten Italienisch mit französischem Akzent erzählt er seine Migrantengeschichte und berichtet vom Grauen in den Augen der Auswanderer, die über die Mittelmeerroute nach Italien fliehen und auf der Überfahrt ihr Leben aufs Spiel setzen. Wie reagiert ein Mensch, der wie Dostojewski dem Tod nur um Haaresbreite entgeht, auf ein so großes Trauma? Wie ändert sich seine Gedanken- und Gefühlswelt? Wie sieht er das Leben? Will er dann wirklich nur Sky, um im Flüchtlingslager Fußball sehen zu können?

Wie und wann bist du nach Italien eingewandert?

Salif Guiebre: Eigentlich bin ich ganz legal nach Italien gekommen. Dann änderte sich mein Rechts-Status und ich wurde 7 Jahre lang zum illegalen Einwanderer. Das ist nicht leicht. Aber mit der Polizei oder den Behörden hatte ich nie Probleme. Auch nicht, wenn ich angehalten oder kontrolliert wurde. Ich muss sagen, dass Italien in dieser Hinsicht eine gewisse Elastizität, eine gewisse Toleranz gegenüber dem Ausländer an den Tag legt.

Das Schlimmste an der Illegalität ist, dass man nie unter Vertrag arbeiten kann. Man ist allen möglichen Gefahren ausgesetzt. Illegale Einwanderer können sich nur in gewissen Regionen aufhalten. Im Norden und in Mittelitalien gibt es fast keine Schwarzarbeit, also kann man nicht dort bleiben. Der einzige Ort, der übrig bleibt und wo du hoffst, dich zu retten, ist der Süden, wo Schwarzarbeit immer noch sehr aktuell und weitverbreitet ist.

Flüchtlinge arbeiten für weniger Geld. Selbst wenn sie nicht weniger kosten würden, würde man trotzdem die Leute schwarzarbeiten lassen, weil keine Sozialabgaben zu zahlen sind. Gearbeitet wird ausnahmslos in der Landwirtschaft. Flüchtlinge und Illegale machen jedes Jahr dieselbe saisonbedingte Dreiecksmigration von Kalabrien über Kampanien in die Basilikata.

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