YouTube sperrt Channels der syrischen Regierung

10-09-18 07:00:00,

Russísche Truppen beim angeblichen Zerstören von Drohnen am Luftwaffenstützpunkt Hmeymim. Bild: Sputnik

YouTube/Google macht die Entscheidung nicht transparent, die vor einer hoch aufgeladenen syrisch-russischen Offensive auf Idlib stattfindet

Irgendwann am Samstag sperrte YouTube die Kanäle der syrischen Regierung. Sie hätten, so wird denjenigen mitgeteilt, gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen oder es läge eine Beschwerde gegen sie vor. Das betrifft die YouTube-Kanäle der Nachrichtenagentur Sana, des Präsidenten und des Militärs. Bislang hat YouTube die Gründe nicht mitgeteilt. Auf Twitter und Facebook finden sich die entsprechenden Seiten von Sana (Twitter, Instagram oder Facebook), des syrischen Präsidenten und des syrischen Militärs noch.

Man erinnert sich daran, dass YouTube im September des letzten Jahres, als der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hochkochte, die Kanäle der nordkoreanischen Regierung nach dem letzten Atomwaffenversuch abklemmte. Vermutet wurde, dass YouTube Sorge haben könnte, wegen der Sanktionen belangt zu werden, Obama hatte 2015 in einer Anordnung verboten, die Regierung in irgendeiner Weise zu unterstützen. Unklar blieb, warum YouTube, also Google, Accounts sperrte, aber nicht Twitter oder Facebook.

Die Frage stellt sich jetzt auch wieder. Die von Syrien und Russland angekündigte Offensive auf die “Rebellenhochburg” Idlib kann jederzeit beginnen, Kampfflugzeuge fliegen bereits Angriffe auf Ziele, das Pentagon veranstaltet im Süden Syriens Übungen und droht mit Angriffen, wenn Giftgas eingesetzt werden sollte, die türkische Armee soll Verstärkung nach Idlib geschickt haben, Propaganda von allen Seiten vernebelt die Sicht. Gerade warf das russische Verteidigungsministerium den USA vor, Phosphorbomben auf Ziele in Deir ez-Zor verwendet zu haben, Bellingcat beschuldigt Syrien-Russland im Verein mit den Weißhelmen, Krankenhäuser und “zivile Häuser” bombardiert zu haben . Während Russland sagt, dass Islamisten im Verein mit den Weißhelmen einen False-Flag-Giftgasangriff planen, um einen Anlass für einen Gegenschlag der Amerikaner, Franzosen und Briten zu erzeugen, warnen die Regierungen dieser Länder, sie würden dann noch stärker als zuletzt syrische Ziele angreifen.

Es steht eine “Entscheidungsschlacht” um Idlib an, die nicht nur das Ende der bewaffneten, großenteils dschihadistischen syrischen Opposition, die von vielen Seiten unterstützt wurden, nicht zuletzt durch die USA, die Türkei oder Saudi-Arabien, bedeuten könnte, sondern auch zu einer Aufteilung des Landes zwischen Damaskus und seinen Verbündeten sowie den USA und den SDF führen würde.

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