Washington in Not: Fake-Giftgasanschlag in Idlib verschafft Russland einen Trumpf

12-09-18 08:55:00,

Die nordsyrische Provinz Idlib ist der einzige Hebel, der der US-Regierung noch bleibt, um die Regelung der syrischen Nachkriegsordnung zu vereiteln. Deshalb sind die USA zu allem entschlossen, sagt der Amerikanist Konstantin Blochin. Russland kann die Verzweiflung der US-Führung aber in einen politischen Trumpf ummünzen.

Die Verantwortlichen in Washington spüren, dass Syrien ihnen aus den Händen gleitet. Deshalb seien sie entschlossen, „sehr grob“ vorzugehen, sagt Konstantin Blochin vom Zentrum für Sicherheitsforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Darum könne es keine Zweifel geben, „dass die Dreharbeiten beim inszenierten Giftgasangriff in Idlib von den USA geplant worden sind“, sagt der Experte.

„Nach den Aufnahmen wird Washington einfach nur die mediale Resonanz aufbauschen müssen – das heißt, die Leitmedien aufschreien lassen, der syrische Führer vergifte seine eigene Bevölkerung. Und dann folgt der Raketenschlag gegen syrische und iranische Kräfte. Washington ist nicht sehr einfallsreich, wir beobachten die Umsetzung dieses Szenarios zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre.“

John Bolton, der Sicherheitsberater des US-Präsidenten, ist sich jedenfalls sichtlich sicher, dass es einen Raketenangriff gegen Syrien geben wird: Die Vereinigten Staaten werden einen Schlag gegen Syrien vornehmen, sagte er kürzlich.

Dazu passt, dass in den USA vor wenigen Tagen wie durch einen Zufall Geheimdienstinformationen an die Öffentlichkeit gelangt sind, wonach der syrische Präsident Baschar al-Assad den Einsatz von Chlorgas bei der Rückeroberung von Idlib befohlen habe.

Das russische Verteidigungsministerium erklärt indes, in der Stadt Dschisr asch-Schughur würden gegenwärtig „Dreharbeiten zu einer inszenierten Provokation bezüglich eines angeblichen Einsatzes von Chemiewaffen gegen die Zivilbevölkerung durch die syrische Armee“ laufen. Diese Informationen seien von den Einwohnern der Provinz Idlib erhalten worden.

Für die Aufnahmen seien am frühen Morgen mehrere Kamerateams von TV-Sendern aus dem Nahen Osten und einem führenden US-amerikanischen Nachrichtensender in Dschisr asch-Schughur eingetroffen. Das Szenario sehe einstudierte Szenen vor, wie die Weißhelme den vermeintlichen Einheimischen Hilfe leisten, nachdem die syrischen Truppen angeblich „Fassbomben mit Giftstoffen“ eingesetzt hätten, erklärte die russische Behörde.

Doch außer den strategischen Gründen – dem Kontrollverlust in Syrien – hat die Inszenierung des Giftgasangriffs durch die USA auch innenpolitische Motive, erklärt der Amerikanist Blochin: „Die Trump-Regierung muss die öffentliche Aufmerksamkeit von den S

kandalen in den USA

auf außenpolitische Themen ablenken.“

Der Skandale gibt es in der Tat reichlich: Über Trumps Amtsenthebung wird wegen der „Sache Manafort“ öffentlich spekuliert,

 » Lees verder