Es geht uns um das Leben | KenFM.de

14-09-18 02:30:00,

Zuspitzung der Lage im Hambacher Forst

Eine Redebeitrag [vom 8.9.2018] von Bernhard Trautvetter.

Unser Protest gegen die profitorientierte und von der Stadt Essen finanziell mitverantwortete Naturzerstörung richtet sich nicht alleine dagegen, dass in den letzten 40 Jahren ein einzigartiges Waldgebiet mit teils über tausend Jahre alten Bäumen weiter dahingerafft wird. Der Hambacher Forst mit seinen einzigartigen  Hainbuchen ist von 4100 HA auf jetzt wenige hundert zusammen gestutzt.

Es geht nicht nur um die circa einhundert Hektar, die RWE als Besitzer des Gebietes abholzen will, in dem einige Dutzend Baumhäuser von Umweltschützern den Wald gegen die von RWE betriebene Rodung verteidigen wollen. Es geht auch nicht nur um Nachrichten und Ministeräußerungen, die die Naturschützer als gewaltbereit kriminalisieren, um damit ihr Vorgehen gegen sie zu legitimieren. Die ungefähr 200 meist jungen Aktivisten setzen ihre Körper für den zivilen und friedlichen Ungehorsam ein, um das Leben der Natur vor der Rendite-Fixiertheit des Großkonzerns RWE zu schützen. RWE will dort insgesamt zwei Mrd. Tonnen Braunkohle abbauen. Das ist in der Tat hilfreich für die Gewinnerwartung. Dabei stört die Kohlekommission. Deshalb erhöht RWE den Druck, bevor deren Beschlüsse ihre Profitaussichten schmälern könnten. Nicht einmal das Argument des Konzerns, Arbeitsplätze mit der Rodung schützen zu wollen, ist haltbar, denn in den bisher gerodeten Bereichen des Tagebaugebietes gibt es noch andere Bereiche für die Förderung.

Mit unserem Widerstand gegen die Braunkohle und den RWE-Konzern leisten wir zudem auch einen Beitrag zum Versuch, das Überleben der Menschheit wahrscheinlicher zu machen.

Wir wollen die Menschen aufwecken, dass das Schlafwandeln in den Abgrund des Weiter-So aufhört. Der Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose, RWE-Kraftwerke erbringen Strommengen, die über dem Verbrauch vieler Staaten liegen. Wir handeln aus Verantwortung für unser Leben und das der Menschheit.

Wenn die Weltgemeinschaft die Zukunftsgefährdungen abwenden kann, dann muss eine sehr rasche Transformation der Energienutzung erfolgen, weg von der Verbrennung fossiler Stoffe, hin zu nachhaltigen Energieformen.

Die Stadt Essen beispielsweise darf nicht länger Anteil an der Zukunftsgefährdung durch RWE haben. Sie hat die Verantwortung, Schlimmeres im Interesse von uns Lebenden und erst recht im Interesse unserer Kinder und deren Kindeskindern, von denen wir die Welt nur geborgt haben, zu verhindern.

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