„Wenn diese Entwicklung so weitergeht, ist der soziale Frieden gefährdet“ – www.NachDenkSeiten.de

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14. September 2018 um 9:13 Uhr | Verantwortlich:

„Wenn diese Entwicklung so weitergeht, ist der soziale Frieden gefährdet“

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Innen- und Gesellschaftspolitik, Interviews, Lobbyismus und politische Korruption

Christian Schwarzenberger

Bezahlbarer Wohnraum ist in vielen Städten in Deutschland kaum noch vorhanden. In München ist die Situation besonders schlimm. Gegen die Missstände auf dem Wohnungsmarkt in der bayerischen Hauptstadt gehen die Bürger am 15. September auf die Straße. „#ausspekuliert” lautet das Motto der Demonstration. Im NachDenkSeiten-Interview gibt Christian Schwarzenberger, der einer der Organisatoren des Protestes ist, einen Einblick in die Wohnsituation in München und erklärt, wie er und seine Mitstreiter sich organisiert haben. Deutlich wird: Entgegen den Beteuerungen bayerischer Spitzenpolitiker, wonach in Bayern alles rund zu laufen scheint, ist die Lage doch nicht ganz so rosig. Von Marcus Klöckner.

Herr Schwarzenberger, Sie sind einer der Organisatoren einer Demonstration, die für den 15. September in München angesetzt ist. Sie setzen sich mit Ihren Mitstreitern für bezahlbaren Wohnraum ein. Sie selbst wohnen in München. Wie stellt sich die Situation dort dar?

München ist bekanntlich die teuerste Stadt Deutschlands. Mieten von über 20€/m² sind keine Seltenheit mehr, sondern werden langsam zur Regel. Gerade in den letzten Jahren seit der Finanzkrise steigen die Mieten rasant an. Das führt zum einen dazu, dass viele Menschen sich die Stadt nicht mehr leisten können und aus der Stadt gedrängt werden. Davon betroffen sind unter anderem Pflegekräfte, Erzieherinnen oder Verkäufer, also Menschen, auf die keine Stadt verzichten kann. Zum anderen hat sich die Zahl der Wohnungslosen in München innerhalb von 10 Jahren fast vervierfacht. Wir sprechen hier von einer dramatischen Situation.

Wie lange wohnen Sie denn in München?

Ich selbst bin vor über 10 Jahren zum Studium nach München gezogen. Seitdem lebe ich mit kurzen Unterbrechungen hier und habe die Entwicklungen gut beobachten können.

Wann sind Ihnen die Probleme zum ersten Mal aufgefallen?

Das war noch während meines Studiums, als ich das Wohnheim verlassen musste und in eine WG gezogen bin. Damals musste ich mehr als zwei Drittel meines Geldes nur für das Zimmer ausgeben. Neben dem eigenen Schicksal war für mich ein sich änderndes Stadtbild relevant.

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