«Mit viel Geld kann man an fünf Standorten Sendungen machen»

15-09-18 07:45:00,

Robert Ruoff / 15. Sep 2018 –

Wenige Tage vor dem Entscheid über den Umzug aus dem Radiostudio Bern nimmt SRF-Direktor Ruedi Matter ausführlich Stellung.

Infosperber: Herr Direktor, seit wann hat die Direktion von SRF an dem Projekt «Bern Ost» gearbeitet?

Ruedi Matter: Das Projekt heisst übrigens längst nicht mehr «Bern Ost», sondern es wird bezeichnet als Standortüberprüfung und heisst einfach «Umzug des Radiostudios Bern – Zürich».

Obwohl «Bern Ost» ja ganz witzig ist.

In den letzten zwei, drei Jahren kam bei gewissen Fragen zur digitalen Weiterentwicklung der Radio- oder Audio-Angebote immer wieder der Punkt: Ist eigentlich Bern der richtige Standort? Es blieb aber dabei. Als wir dann im Frühjahr, kurz vor der Abstimmung über «No Billag», den Auftrag erhalten haben, substanzielle Einsparungen zu machen – das ist ja dann kommuniziert worden am Tag der Abstimmung selbst, dass die SRG achtzig Millionen einsparen muss –, haben wir angefangen, uns noch konkreter Gedanken zu machen: Wo könnten wir überall einsparen, wenn wir ja insbesondere den Auftrag haben, bei der Infrastruktur Einsparungen vorzunehmen. Da wurde sehr rasch klar, dass eine Standortverschiebung innerhalb von Zürich und in der Folge ein Verzicht auf Gebäude am Standort Zürich rund sieben Millionen bringen kann. Und dann kam irgendwann die Frage: Ist eigentlich langfristig Bern der richtige Standort für Radioinhalte, wenn man die Entwicklung der Mediennutzung betrachtet.

Umzug von Bern nach Zürich statt Bern Ost

Das war also im Frühjahr, und das Ergebnis war: Nein, man will das ändern?

Das Ergebnis war: Das schauen wir uns ganz genau an, ob der Umzug nicht eine gute Option wäre, um Infrastruktur zu sparen und nicht Personalabbau im grossen Stil machen zu müssen. Das haben wir dann auch einen Monat nach der Abstimmung bereits kommuniziert, dass das ein Thema ist, das wir betrachten. Wir waren ja sehr offen und sehr früh mit der Kommunikation, zu einem Zeitpunkt, in dem das in einem anderen Unternehmen geheim gehalten worden wäre. Wir haben gesagt: Darüber reden wir.

Das heisst: Es wird jetzt darüber geredet, ob ernsthaft geprüft werden soll?

Nein, mittlerweile sind ja ein paar Wochen ins Land gezogen. Wir haben mittlerweile ernsthaft geprüft.

Und Sie sind zum Ergebnis gekommen: Es soll gemacht werden?

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