Britischer Ex-Botschafter in Syrien gibt zwölf Antworten auf Fake News

17-09-18 01:55:00,

Der ehemalige britische Botschafter in Syrien widerlegt in zwölf Thesen gängige Begründungen des Westens für ein notwendiges militärisches Eingreifen in dem Bürgerkriegsland. Der ehemalige Top-Diplomat und jetzige Mitarbeiter der Vereinten Nationen bezieht sich sowohl auf Idlib, als auch auf mögliche Chemiewaffeneinsätze und die Rolle Russlands.

Peter Ford ist ein früherer britischer Diplomat, der von 1999 bis 2003 Botschafter in Bahrain und von 2003 bis 2006 Botschafter in Syrien war.

Nach seiner Pensionierung im Jahre 2006 wurde er Vertreter des Generalkommissars des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA).

Der sich selbst als „Insider“ bezeichnende Ex-Diplomat hat nun einen Artikel auf der amerikanischen Website 21centurywire veröffentlicht, in dem er Behauptungen westlicher Medien und Regierungen in Bezug auf Syrien widerlegt.

Ford nennt seine Liste “Das schmutzige Dutzend — 12 Lügen, die uns kontinuierlich untergeschoben werden, um eine bevorstehende Bombardierung Syriens zu rechtfertigen.”

1. In Idlib gibt es mehr Babys als Dschihadisten

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AP Photo / Ugur Can/DHA

Zufällig ist dieses Juwel der moralischen Erpressung unwahr. Es gibt doppelt so viele Dschihadisten (etwa 100.000) wie Babys (0-1 Jahr) (55.000). Was soll dieses Faktoid überhaupt sagen? Versuchen sie nicht, ein Gebiet mit Dschihadisten zu befreien, weil sie vielen Kindern schaden könnten? Die westliche Koalition achtete kaum auf diese Überlegung als sie Mosul und Rakka zerstörten, um ISIS zu vernichten. Es werden immer noch Babys aus dem Schutt in Rakka herausgezogen.

2. Die Berichte (über den bevorstehenden Angriff mit chemischen Waffen) müssen wahr sein, denn Assad hat es schon einmal getan.

Falsch. Seit 2013, als Assad unter Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) chemische Waffen aufgegeben hat, hat die OPCW die Orte angeblicher Attacken in von Dschihadisten beherrschten Gebieten nicht mehr besucht, sondern Berichte von Pro-Dschihad- Organisationen wie den Weißhelmen und der Syrian American Medical Society sowie Beweise von feindlichen Geheimdiensten akzeptiert. Im Falle des einen Ortes, den die OPCW besucht hat, Duma, sagte ihr Bericht, dass sie keine Beweise für Sarin, keine unerwünschten Spuren in den Blutproben von „angeblichen Opfern“ (ihre Bezeichnung) und keine eindeutigen Beweise für die Verwendung von Chlor gefunden hätten.

3. Der Bericht der OPCW über Duma war fehlerhaft, weil die Russen und Syrer Verzögerungen verursachten.

Falsch. Wie im Bericht der OPCW dokumentiert,

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