Vortrag/Diskussion mit dem russischen Außenminister Lawrow – der Mann ist spürbar berührt von der abweisenden Ignoranz des Westens – www.NachDenkSeiten.de

17-09-18 09:55:00,

17. September 2018 um 10:40 Uhr | Verantwortlich:

Vortrag/Diskussion mit dem russischen Außenminister Lawrow – der Mann ist spürbar berührt von der abweisenden Ignoranz des Westens

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Vergangenen Freitag war ich zu einem Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow eingeladen. Anlass war das 25-jährige Bestehen des Deutsch-Russischen Forums. Thema des Vortrags: „Integrationsprozesse im Großen Eurasien, Perspektiven eines gemeinsamen wirtschaftlichen und humanitären Raumes von Lissabon bis Wladiwostok“. Vortrag und Diskussion waren interessant. Ich möchte Sie auf ein paar Besonderheiten aufmerksam machen. Albrecht Müller.

Zuvor noch der Link zu einem Bericht von RT Deutsch und zu einem Interview mit mir. Am Ende komme ich noch kurz auf einen Artikel in der „Welt“ zu sprechen.

Anmerkungen zum Inhalt und den Besonderheiten des Vortrags und der Diskussionsbeiträge des russischen Außenministers am 14.9.2018 in Berlin

  1. Die Russen haben Zusammenarbeit erwartet und wundern sich jetzt über die nahezu vollständige Sprachlosigkeit und Beendigung der verabredeten Kooperation

    Lawrow hält eine groß angelegte Partnerschaft für wichtig, gerade auch im Blick auf den weiten Raum zwischen Lissabon und Wladiwostok. Nach dem Ende des kalten Krieges, also 1990, seien eigentlich alle Hemmnisse gefallen. Von russischer Seite sei alles geschehen, um die Zusammenarbeit aufzubauen. Der Westen habe sich anders verhalten. Fast alle Kanäle des Dialogs zwischen EU und NATO auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite seien abgebrochen worden. Nur noch bei den Themen Flüchtlinge und Energie funktioniere die Kooperation wenigstens ein bisschen.

    Auf westlicher Seite gebe es offensichtlich historische „Phobien“. – Das ist das, was wir auf den NachDenkSeiten schon oft beschrieben haben: die tief sitzenden antislawischen bzw. antirussischen und im kalten Krieg der vierziger, fünfziger und sechziger Jahre neu belebten Emotionen. Was bei Lawrow nicht richtig durchkam: diese Phobien sind jetzt bewusst wiederbelebt worden. Sie sind nicht vom Himmel gefallen und immerhin: die große Mehrheit unseres Volkes scheint erstaunlich resistent. Wie lange das hält, wissen wir nicht

    Lawrow beklagte, dass der Westen den Russen vorschreiben wolle, wie „wir unser Haus ausbauen sollen“. Diese Sorge sitzt offensichtlich tief. Das ist nach der Erfahrung mit der Instrumentalisierung Jelzins durch den Westen nicht verwunderlich.

  2. Tief reichende Enttäuschung über die abweisende Haltung des Westens

    Bei Lawrow war deutlich zu spüren,

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