Der Maaßen-Deal – Theaterdonner, Instant-Empörung aus der Dose und am Ende gewinnen wieder einmal BILD und AfD – www.NachDenkSeiten.de

19-09-18 11:41:00,

19. September 2018 um 12:15 Uhr | Verantwortlich:

Der Maaßen-Deal – Theaterdonner, Instant-Empörung aus der Dose und am Ende gewinnen wieder einmal BILD und AfD

Veröffentlicht in: Bundesregierung, Innere Sicherheit, Strategien der Meinungsmache

Maaßen musste weg, das war klar. Nun ist er weg und die Empörungsrituale laufen auf Hochtouren. Denn der Chef des Inlandsgeheimdienstes muss künftig nicht etwa den Hof des Kanzleramts kehren, sondern wurde sogar um zwei Besoldungsstufen nach oben zum Staatssekretär in Seehofers Superministerium befördert. Laut „Regieanweisung“ müssen nun alle so tun, als seien sie fürchterlich überrascht. Dabei kursierte genau dieser Vorschlag bereits seit Tagen im Regierungsviertel und wurde sogar vor dem Krisentreffen von der BILD als goldene Lösung aus dem Hut gezaubert. Die Speerspitze der Empörten bilden dabei Mitglieder aus dem SPD-Vorstand. Dabei ist es mehr als unwahrscheinlich, dass Parteichefin Nahles den offen debattierten Lösungsvorschlag nicht zuvor mit ihrem Vorstand debattiert hat. Von Jens Berger.

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes geht unter die Verschwörungstheoretiker

Wenn Leitartikler und Politiker herumgackern wie eine Horde aufgeschreckter Hühner, kündigt dies meist eine neue Folge in der allseits beliebten Berliner GroKo-Soap an. Diesmal geht es um die angekündigte Entlassung des obersten Verfassungsschützers Hans-Georg Maaßen, der sich lieber via BILD unter die Verschwörungstheoretiker mischte, als seinen Dienstherren ordentlich zu informieren und der AfD offenbar nähersteht als die meisten AfD-Politiker, aus der am Ende eine Beförderung wurde. Was war geschehen? Vor zwei Wochen – kurz nach den Ausschreitungen in Chemnitz – erklärte Maaßen in einem Interview mit der BILD am Sonntag seine Zweifel an der von Politik und Medien kolportierten Aussage, es sei in Chemnitz zu „Hetzjagden“ gekommen. Doch nicht dieser – berechtigte – Zweifel, sondern dessen Begründung brachte das Fass zum Überlaufen. Maaßen sprach nämlich einem Video, das in diesem Kontext von den Medien als Beleg genannt wurde, die Authentizität ab und warf gar in den Raum, es könne sich dabei um „eine gezielte Falschinformation handeln, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken“.

Relativ schnell stellte sich heraus, dass das Video sehr wohl authentisch und keine Falschinformation war und Maaßens Behörde das Video vor dessen Interview mit der BILD noch nicht einmal analysiert hatte.

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