Google-Schock: „Suchmaschine betreibt ‚Auto-Diskriminierung‘, Hass und Hetze“

19-09-18 11:25:00,

Die Hamburger NGO „Goliathwatch“ kritisiert die „Auto-Diskriminierung“ bei Google. Die sogenannte Auto-Vervollständigung bei der weltweit am meisten genutzten Suchmaschine trage zu „Hass und Hetze“ bei. „Google diskriminiert hier“, warnt IT-Experte Thomas Dürmeier, Chef der Nichtregierungs-Organisation, im Gespräch mit Sputnik.

„Wir reden hier über die Autovervollständigung bei Google“, sagte Thomas Dürmeier, Geschäftsführer der Hamburger Nichtregierungs-Organisation (NGO) „Goliathwatch“ im Sputnik-Interview. „Das bedeutet: Wenn ich anfange, etwas einzugeben, was schlägt mir Google dann vor? Das haben wir uns angeschaut. Dann haben wir festgestellt, dass Google Richtlinien hat, was die Suchmaschine zeigen bzw. nicht zeigen soll.“

Es gehe dem IT-Experten um folgende Frage:

„Lässt Google eigentlich diskriminierende, rassistische oder gewaltverherrlichende Suchvorschläge zu?“ Das IT-Unternehmen wolle das laut eigener Aussage zwar nicht. „Doch wir waren überrascht, als wir beispielsweise eingegeben haben: ‚Flüchtlinge … lassen‘ – da schlug uns dann der Algorithmus Google vor: ‚Flüchtlinge erschießen lassen‘ oder ‚Flüchtlinge nicht entkommen lassen‘.“ Bei „Merkel ist …“ komme: „… Deutschlands Untergang“. Früher sei sogar „Merkel ist Volksverhetzerin“ gekommen. Das sei nicht akzeptabel.

Meinungsvielfalt hört da auf, wo …

„Solche diskriminierenden Vervollständigungen passen nicht in die Richtlinien von Google“, so der NGO-Sprecher. „Das ist keine Frage von Zensur. Sondern, die Meinungsvielfalt hört da auf, wo die Würde und die Rechte eines Anderen verletzt werden.“ Hierzu gebe es genügend Beispiele.

„So schlägt Google als sinnvollen Suchbegriff für ‚Völkermord ist …‘ folgendes vor: ‚Migration ist Völkermord‘“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von „Goliathwatch“, die der Redaktion vorliegt. „Die Funktion Autovervollständigung produziert Diskriminierung wie ‚Behinderte dürfen … nicht wählen/nicht heiraten/keine Kinder bekommen‘ oder ‚Klimawandel… ist eine Erfindung der Chinesen‘. Goliathwatch fordert mit seiner Kampagne ‚Stop #HateSearch‘ Google auf, diese Hass und Hetze schürende Autovervollständigung abzuschalten oder einen systematischen Neustart durchzuführen. Wir sind schockiert darüber.“ 

Nach NGO-Anfrage: Google reagiert bei „Merkel ist …“

„Als wir die ‚Merkel ist …-Anfrage‘ bei Google gemeldet hatten, hat Google auf jeden Fall soweit reagiert, dass Google die Autovervollständigung ‚Volksverhetzerin‘ rausgenommen hat“, so der NGO-Sprecher. „Das finden wir schon mal gut. Aber man findet leider immer noch: ‚Merkel ist Deutschlands Untergang‘. Da muss sich noch einiges tun.“

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Sputnik / eigener Screenshot (18.09.2018)

Das passiert, wenn Sie „Merkel ist …“ bei Google eingeben.

Google habe „im Endeffekt zwei Rahmenrichtlinien. Diese hat sich das Unternehmen selbst gesteckt.

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