Tagesdosis 20.9.2018 – Fremd im eigenen Land | KenFM.de

20-09-18 12:34:00,

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Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Deutschland 2018. Nächstes Jahr jährt sich zum dreißigsten Mal der Fall der Berliner Mauer. Ein Land diskutiert über steigende Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Fremd im eigenen Land, fühlen sich inzwischen viele Deutsche. Ost, wie West. Es gäbe eine neue Qualität von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus. Medial verortet vor allem im Osten der Republik.

Deutschland 1992. Die immer noch unerreichte deutsche Hip Hop Formation Advanced Chemistry veröffentlicht ihren Klassiker – Fremd im eigenen Land.(1) Es war der Song, die Reaktion auf fremdenfeindliche Vorkommnisse im frisch wiedervereinten Deutschland. Ost – wie Westdeutschland. Gesamtdeutschland. Auszüge:

Dumme Sprüche, die man bereits alle kennt.

Eh, bist Du Amerikaner oder kommste aus Afrika?(Noch ein Kommentar über mein Haar, was ist daran so sonderbar?)„Ach du bist Deutscher, komm erzähl kein Scheiß!“Du willst den Beweis? Hier ist mein AusweisGestatten Sie, mein Name ist Frederik HahnIch wurde hier geboren, doch wahrscheinlich sieht man es mir nicht anIch bin kein Ausländer, Aussiedler, Tourist, ImmigrantSondern deutscher Staatsbürger und komme zufällig aus diesem Land.

Die gesellschaftlichen Befindlichkeiten resultieren damals wie heute auch aus der Tatsache von Flüchtlingsströmen. Ein Blick in die 90er Jahre: Es herrscht Krieg auf dem Balkan und Glasnost in der Sowjetunion. Zwischen Äthiopien und Eritrea toben Grenzstreitigkeiten, ebenso zwischen Mali und Burkina Faso. In Burundi ist Bürgerkrieg, genauso wie in der Republik Kongo, in Senegal und Simbabwe. Erst kamen 50.000 nach Deutschland, dann, im Jahre 1991, waren es bereits doppelt so viele und 1992 stieg die Zahl auf 440.000 an.(2) Erinnert sei an Vokabeln wie „Asylmissbrauch“ und Sätze wie „Das Boot ist voll“.

Wie schaut es heute aus? Krisenherde, resultierend aus vorherigen Kriegen im arabischen und afrikanischen Raum. Die Szenarien ähneln, annähernd wie mit der Schablone erstellt. Die Politik, mitverantwortlich versagt erneut. Die Bürger fühlen sich wieder alleine gelassen und wirken mehrheitlich überfordert. Folgender Text findet sich im Magazin Der Spiegel:

Sie kommen,

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