Die Erfindung der katalanischen Rebellion durch die “unabhängige” spanische Justiz

22-09-18 08:14:00,

Demonstration am Donnerstag zum angeblichen Jahrestag der Rebellion in Barcelona. Bild: CDR

  1. Die Erfindung der katalanischen Rebellion durch die “unabhängige” spanische Justiz

  2. “Es herrscht ein klarer Wille vor, sich von der Repression nicht unterkriegen zu lassen”


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Vor einem Jahr fiel der Startschuss mit der Belagerung des katalanischen Wirtschaftsministeriums für das Märchen einer “gewaltsamen Erhebung” in Katalonien

Laura Masvidal ist die Frau des ehemaligen Innenministers Joaquin Forn, der seit fast einem Jahr wegen einer angeblichen “gewaltsamen Erhebung” der Katalanen gegen Spanien im Knast sitzt, die vor einem Jahr gestartet sein soll. Er wird im Herbst mit weiteren Politikern und Führungspersönlichkeiten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung wegen “Rebellion” angeklagt, obwohl die Vorwürfe längst wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen sind.

Masvidal ist eine der Frauen und Männer, die den Angehörigen der politischen Gefangen seit den Vorgängen vor genau einem Jahr in Katalonien ein Gesicht geben. Sie klagt im Telepolis-Gespräch die “Märchen” an, mit denen versucht wird, Mitglieder der ehemaligen katalanischen Regierung, die ehemalige Parlamentspräsidentin und die beiden Aktivisten Jordi Cuixart und Jordi Sànchez für bis zu 30 Jahre hinter Gitter zu bringen. Sie spricht auch von ihren tiefgreifenden persönlichen Veränderungen, von zunehmenden “Spannungen” und davon, dass “lange und dunkle Jahre” bevorstehen können.

Ausgangspunkt der spanischen Gewalt-Phantasien, auf der das gesamt Anklagekonstrukt basiert – oder das “Komplott zur Inhaftierung”, wie französische Medien es nennen – ist der 20. September 2017. An diesem Tag stürmten spanische Paramilitärs diverse katalanische Ministerien auf der Suche nach Material für das bevorstehende Referendum am 1. Oktober und nahmen 14 Personen fest. Ohne jede richterliche Genehmigung drangen spanische Sicherheitskräfte auch in den Sitz der linksradikalen CUP in Barcelona ein, denn die Regierung hatte die Devise ausgegeben, dass das Referendum “mit allen Mitteln” verhindert werde.

Auf den Vorgängen am Wirtschaftsministerium, woran am Donnerstag viele Menschen auf verschiedenen Protesten in Katalonien erinnert und die Freiheit der politischen Gefangenen gefordert haben, hat der Ermittlungsrichter Pablo Llarena seine “Rebellion” aufgebaut. Sein Problem ist, dass es die dafür notwendige “öffentliche gewaltsame Erhebung” nicht gab, wie mit Rebellion eine Art “Putsch”

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